In Australien fahren bisher keine echten Hochgeschwindigkeitszüge. Trotzdem ist der Kontinent auf dieser Website vertreten, da zum einen Verwandte des britischen "high speed train" zum Einsatz kommen, und zum anderen es ein paar Studien zu Hochgeschwindigkeitsstrecken und -zügen gab und gibt.
Der XPT ist dem britischen HST entlehnt, fährt im Plandienst jedoch nur 160 km/h. Damit zählt er nicht zu den Superzügen, weswegen ich auch nicht näher auf den Zug eingehen möchte.
Mitte der 80er Jahre bemühte sich die State Rail Authority in New South Wales um eine neue Generation von Superzügen. 14 sogenannte "High Performance Trains" (HPT) wurden ausgeschrieben. Wie erwartet verlief das Projekt im Sande, stattdessen wurden 1991 vier weitere XPT-Triebköpfe und 13 Mittelwagen beschafft.
1984 erschien der "Very Fast Train" (VFT) auf dem Reißbrett. Diese 350 km/h Version eines Hochgeschwindigkeitszuges sollte Sydney via Canberry mit Melbourne verbinden. Für die Distanz von 868 Kilometern waren drei Stunden Fahrzeit angedacht. Zwar sah die Regierung einen kommerziellen Nutzen, machte aber keine finanziellen Zugeständnisse. Daraufhin trat ein Notfallplan in Kraft sprich: Die Strecke verkürzte sich auf die Etappe "Sydney Canberra", aber bis tief in die 90er Jahre hinein stockte das "Speedrail" getaufte Projekt.
Zur Auswahl kamen vorrangig der französische TGV sowie der deutsche Transrapid. Doch wegen den zu hohen Kosten für den Fahrweg zeigte Australien bis heute kein großes Interesse an "Fliegen in Höhe Null". Daher war Ende der 90er Jahre im Internet von einem Sieg des TGV-Konsortiums zu lesen. Neun TGV-Züge sollten ab 2002, später 2003 zwischen Sydney und Canberra auf einer neuen Trasse verkehren. Damit wären die beiden rund 300 Kilometer auseinander liegenden Städte nur noch 80 Minuten voneinander entfernt gewesen. Die Kosten der neuen Verbindung schätzte man 1998 auf etwa 3,5 Milliarden Euro. In den letzten Jahren ist es jedoch um das Großprojekt mit dem Namen "Speedrail" ruhig geworden. Wegen fehlender öffentlicher Finanzzusagen scheiterte der Zeitplan. Die australische Regierung stellte nicht die versprochenen Geldmittel von einer Milliarde australische Dollar bereit. Ob nun der australische TGV endgültig in der Schublade verschwand, ist mir nicht bekannt.
