Hochgeschwindigkeitszüge in Belgien

Belgiens zentrale Lage in Westeuropa spiegelt sich auch im Bahnwesen wider. Es ist ein wichtiges Transitland im internationalen Hochgeschwindigkeitsverkehr. Die Thalys-Züge von Amsterdam nach Paris bzw. von Köln nach Paris fahren durch Belgien. Die Hauptstadt Brüssel ist besonders perfekt in das europäische Hochgeschwindigkeitsnetz integriert. So gibt es von dort aus Direktverbindungen nach Deutschland, England, Frankreich und die Niederlande. Möchte man von Deutschland aus nach England, brauchen die Fahrgäste nur einmal — in Brüssel — vom ICE in den Eurostar umsteigen. Belgien stellt selbst keine Hochgeschwindigkeitszüge her. Stattdessen kaufte man bei Alstom (Frankreich) einige Thalys-Züge ein. Geld wird auch verdient, indem die Betreiber der jeweiligen Züge für das Befahren der Strecken in Belgien zahlen.

Aktualisiert am: 01.01.2008

Zugübersicht in chronologischer Reihenfolge der Betriebsaufnahme

TGV Réseau

TGV Réseau in Paris

Der TGV Réseau ist eine tech­nisch weiter­entwi­ckelte Ver­sion des TGV Atlan­tique und kann – wie der Name andeu­tet – auf dem gesam­ten franzö­si­schen Netz ein­ge­setzt wer­den. 1993 gin­gen die ers­ten aus­geliefer­ten Züge an den Start. Spä­ter zähl­ten auch Brüs­sel und Mai­land zu den Desti­na­tio­nen des TGV-R. Im Mai 2001 stellte der TGV Réseau 531 einen Lang­stre­ckenre­kord auf. Für die Dis­tanz von 1067 Kilome­ter benö­tigte der Zug nur drei­einhalb Stun­den Fahrzeit.



Eurostar e300

Eurostar in Paris Gare du Nord

Für die Unterque­rung des Ärmel­ka­nals zwi­schen Frank­reich und Eng­land wurde in Gemeinschafts­arbeit der Euro­star ent­wi­ckelt. Diese 31 Hoch­ge­schwin­digkeits­züge sind tech­nisch äußerst komplex, denn sie müs­sen die hohen Sicher­heits­be­stim­mun­gen für die Euro­tun­nel-Durch­fahrt erfül­len sowie mit den Strom- und Signal­sys­te­men in Frank­reich, Belgien und Großbri­tan­nien zurecht­kom­men. 1994 star­tete der kommer­zi­elle Betrieb der ers­ten inter­na­tio­na­len Hoch­ge­schwin­digkeits­züge Euro­pas.



Thalys PBA

TGV Thalys PBA in Paris

Die inter­na­tio­nale Bahn­ge­sellschaft Thalys schaff­ten sich bisher 10 Thalys PBA-Gar­nitu­ren an. Diese Züge sind tech­nisch mit den Drei­sys­tem - TGV-Réseau-Zügen iden­tisch, müs­sen aber hol­ländi­sche Sicher­heits­be­stim­mun­gen erfül­len. Da es ein inter­na­tio­naler Zug ist und eine inter­na­tio­nale Bahn­ge­sellschaft der Betreiber ist, beka­men die 10 Ein­hei­ten den Namen "Thalys". Die Züge ver­bin­den Paris, Brüs­sel und Amster­dam mit­ein­an­der, wes­halb man die Anfangsbuch­sta­ben die­ser drei Städte an den Namen anfügte - Thalys PBA.



TGV Duplex

TGV Duplex Nr. 232 in Marseille

Mit dem TGV Duplex wagte die SNCF den Sprung zu einem dop­pel­stö­ckigen TGV, des­sen Wagen zwei Ebe­nen auf­wei­sen, in denen die Fahrgäste unter­ge­bracht sind. Auf­fal­lend ist seine deut­lich aerodynami­schere Kopf­form. Diese Bau­reihe war anfangs für die süd­lich von Paris liegen­den Stre­cken gedacht, doch inzwi­schen sind die TGV Duplex auf allen innerfranzö­si­schen Haupt­stre­cken mit hohem Ver­kehrs­auf­kom­men unter­wegs. Vier low-cost-TGV-Duplex ver­keh­ren seit April 2013 als "Ouigo".



Thalys PBKA

Thalys PBKA in Köln Hauptbahnhof

Die Vier­strom-Triebzüge kön­nen auf dem gesam­ten Thalys-Netz ver­keh­ren. Von denen gehören 6 der SNCF, 7 der SNCB, 2 den NS und 2 der DB. Auf­fal­lend sind die runde Nase und die rot/silberne Farbge­bung. Der Komfort in die­sen Zügen liegt etwas höher als bei ihren TGV-Ver­wand­ten. Die­ser inter­na­tio­nale Hoch­ge­schwin­digkeits­zug franzö­si­scher Bau­art ver­kehrt zwi­schen Paris und Köln.



ICE 3

ICE-3 bei Rottendorf

Zum Sommerfahr­plan 2002 ging die Neubau­stre­cke Frankfurt am Main – Köln in Betrieb. Auf­grund der großen Steigun­gen und einer anvi­sier­ten Höchstge­schwin­digkeit von 300 km/h muss­ten Züge mit gerin­gen Achslas­ten und hohem Beschleu­nigungs­ver­mögen bestellt wer­den. Beim ICE 3, der schon im Som­mer 2000 anläss­lich der EXPO in Han­nover sein Debüt gab, sind die Hälfte aller Räder ange­trie­ben und es gibt keine Triebköpfe mehr. Es ste­hen auch Mehr­sys­tem-Züge für den Ein­satz im Aus­land zur Ver­fügung.



V250

Ansaldobreda V250 als Fyra in den Niederlanden

Die High Speed Alli­ance und die SNCB bestell­ten 2004 beim italie­ni­schen Her­stel­ler Ansal­doB­reda 19 Hoch­ge­schwin­digkeits­züge vom Typ V250. Nach jah­re­lan­gen Ver­zöge­run­gen ver­ban­den die ers­ten Züge seit Dezember 2012 die Städte Brüs­sel und Breda mit Amster­dam. Wegen häufigen und erns­ten tech­ni­schen Pro­ble­men musste der Plandienst jedoch nach nur ein­einhalb Mona­ten wieder ein­ge­stellt wer­den.



Eurostar e320

Eurostar e320 im Testring in Wegberg-Wildenrath.

Insge­samt 17 Hoch­ge­schwin­digkeits­züge hat der Betreiber "Euro­star Inter­na­tio­nal" bisher bei Sie­mens bestellt. Die "Euro­star e320" basie­ren auf der Velaro-Platt­form und sind für den inter­na­tio­na­len Ver­kehr bestimmt. Die Inbe­trieb­nahme erfolgt sukzes­sive seit Ende 2015 auf den Rela­tio­nen "London - Amster­dam" und "London - Paris".