High Speed Train - Hochgeschwindigkeitszug in Großbritannien

High speed train der British RailFührerstand vom HST Class 43

Entwicklung des High Speed Train

Noch während der Konstruktion des APT ahnten einige Ingenieure, dass das Betreten technischen Neulands risikoreich ist und viel Zeit kosten würde. Als Übergangslösung baute die British Rail (BR) einen Hochgeschwindigkeitszug mit Dieselantrieb. Als Einsatzgebiet kam die East-Coast-Magistrale in Frage, ebenso die Strecke "London-Bristol" und Südwales. Im August 1970 wurde der Bau des High-Speed-Trains (HST) erlaubt. Zeitgleich mit dem APT-E wurde er nach 2 Jahren fertiggestellt. Nach einer einjährigen Bestreikung konnten erst 1973 Versuchsfahrten unternommen werden. Am 11. Juni 1973 stellte der HST mit 230 km/h einen Weltrekord für Diesellokomotiven auf. Danach begann die Serienproduktion.

Der High Speed Train im Einsatz

Insgesamt wurden 27 Züge gebaut. Ein Zug besteht aus zwei Triebköpfen an den Enden des Zuges. Jeder der beiden Triebköpfe hat einen Dieselmotor mit 2250 PS. Die 7 Mittelwagen sind antriebslos. Die Achslast liegt bei 17 Tonnen. Es wurden neuartige Scheibenbremsen konstruiert, die den 200 km/h fahrenden Zug schnell zum Stehen bringen. Weiterhin musste an einigen Stellen der Unterbau der Gleistrasse erneuert werden, damit sie für eine Geschwindigkeit von 200 km/h geeignet ist. 1976 war neben Japan und Frankreich auch in England 200 Stundenkilometer im alltäglichen Einsatz möglich geworden.

Technik des High Speed Train

Der Serien-HST war im Gegensatz zum APT nicht mit technischen Neuerungen überladen. Dennoch verbuchte er einen großen Erfolg mit der Bezeichnung "InterCity 125" (125 Meilen pro Stunde = 201 km/h) und seinem stromlinienförmigen Aussehen. Die zweite Bestellung im Jahre 1980 umfasste 36 HSTs für den Verkehr nach Newcastle, Edinburgh und Leeds. Der einzige Unterschied zu den HSTs der ersten Bestellung: anstatt sieben Mittelwagen waren nun acht Mittelwagen fest im Zugverband eingebunden, zwei davon als Speisewagen. Bis heute gibt es nach einer dritten Bestellung im Jahre 1982 insgesamt 95 HST-Züge. 1989 überlegte die BR, ob eine elektrische Variante sinnvoll wäre, aber es kam nie zum Bau.

Strecken, auf denen der High Speed Train im Einsatz ist

Nicht alle Strecken sind für 200 km/h ausgelegt. Doch auch mit einer Höchstgeschwindigkeit von nur 160 km/h erfreut sich der Zug großer Beliebtheit. Der HST wird fast überall in England eingesetzt. Er verbindet London mit folgenden Städten: Bristol, Cornwall, Devon, Edinburgh, Leicester, Newcastle, Nottingham, Peterborough, Stevenage, Sheffield und Südwales.

Wartung und Pflege des High Speed Train

Natürlich forderte der harte Einsatz seinen Tribut. Risse im Zylinderkopf, Schwierigkeiten mit den Turboladern und den Auspuffanlagen kamen am häufigsten vor. Dadurch schnellten die Wartungskosten in die Höhe. Von 1986 an versuchte die BR die Paxman-Valenta-Motoren durch andere Motoren zu tauschen, aber diese brachten keine Verbesserungen mit sich. Daher blieb man den PV-Motoren treu.

Zukunftsperspektive des High Speed Train

Obwohl es viele 200 km/h schnelle Züge auf der Welt gibt, so zählen die HST mit 233 km/h zu den Hochgeschwindigkeitszügen, die den Anspruch erheben, die schnellsten Dieselzüge der Welt zu sein, dicht gefolgt vom deutschen ICE-TD (222 km/h). Australien zeigte reges Interesse an den High-Speed-Trains, weswegen insgesamt 19 XPT-Züge nach HST-Vorbild in Großbritannien geordert wurden. Die Triebköpfe sind leichter geworden und die Leistung wurde von 2250 PS auf 1980 PS gedrosselt. Einsatzgebiet ist die Strecke von Sydney nach Canberra.

Mit der Zeit wurden Forderungen nach einer elektrischen Variante des HST laut, doch entschieden sich British Rail und die Ingenieure für den Bau einer neuen Zuggattung, der Class 91 - auch Electra genannt - als "Triebkopf" mit neu entwickelten Mittelwagen.

Mittlerweile haben die HST den Zenit ihrer Existenz weit überschritten und die nächste Generation von Diesel-Schnelltriebzügen ist bereits am Start. Dabei handelt es sich um 34 Züge mit dem Namen "Voyager" und der Baureihenbezeichnung 220 ohne Neigetechnik. Sie sind bis zu 200 km/h schnell. Weitere 44 Züge, die unter der Bezeichnung "Super Voyager" (Baureihe 221) laufen, sind ebenfalls 200 km/h schnell, können sich aber in den Kurven neigen. Sie ersetzen nach und nach den legendären High-Speed-Train.

Technische Daten: High Speed Train (IC 125)

Zug- / Baureihenbezeichnung:High Speed Train (Baureihe 43)
Einsatzland:England
Anzahl der Züge:95 Züge
Zugtyp:Triebzug
Anzahl der Triebköpfe:2 Triebköpfe
Anzahl der Endwagen:7 Endwagen
Baujahre:1971 - 1973
Spurweite:1435 mm
Zugleitsystem(e):passiv an der Strecke
Höchstgeschwindigkeit bei Versuchsfahrten:233 km/h
Technisch zugelassene Höchstgeschwindigkeit:200 km/h
Höchstgeschwindigkeit im Plandienst:200 km/h
Motoren:2 x 1 Paxman-Valenta-Motor
Antriebsleistung des Zuges:3.356 kW ( 2 x 1678 kW )
Jakobsdrehgestelle:Nein
Neigetechnik:Nein
Zug fährt auch in Traktion:Nein
Achsformel:Bo'Bo'+2'2'+2'2'+2'2'+2'2'+ 2'2'+2'2'+2'2'+Bo'Bo'
Länge / Breite / Höhe der Triebköpfe:17.800 / --- / --- mm
Zuglänge:285 m

Weblinks:

Aktualisiert am: 02.03.2004