Alstom befürwortete über Jahrzehnte hinweg die Gliederzugbauweise — dem Hauptcharakteristikum der TGV-Familie. Sie soll zu einer ruhigen, stabilen Fahrqualität beitragen. Damit die Achslast trotzdem niedrig gehalten werden kann, müssen die Wagen kürzer ausfallen. Damit sinkt natürlich auch die Sitzplatzkapazität der Züge. Außerdem sind die einzelnen Wagen relativ schwer voneinander zu trennen.

Gerade in den letzten Jahren zog Alstom mit dem TGV und AGV im Wettbewerb mit anderen Bahnherstellern öfters den Kürzeren. Offenbar nicht wenige Interessenten an schnellen Zügen möchten die oben genannten Nachteile der Gliederzugbauweise nicht in Kauf nehmen und greifen lieber zum Konkurrenzprodukt.

Daher stellte Alstom zur InnoTrans 2010 in Berlin eine neue Plattform für Hochgeschwindigkeitszüge vor. Alstom nennt sie "Speedelia". Speedelia ist damit das Gegenstück zum Automotrice à Grande Vitesse und die Antwort auf den Velaro von Siemens. Der Speedelia-Familie fehlt lediglich die Gliederzugbauweise. Ansonsten stehen diese Superzüge dem AGV in nichts nach.

Die Höchstgeschwindigkeit der achtteiligen, 200 Meter langen Garnituren liegt dank verteiltem Antrieb ebenfalls bei 360 Stundenkilometer. Als Antriebsleistung gibt Alstom 10 Megawatt an. Weitere Vorzüge sind die große Sitzplatzkapazität für 600 bis 720 Reisende sowie die Flexibilität der Züge bezüglich unterschiedlicher Strom- und Signalsysteme.