


Entwicklung
Das Shinkansen-Netz wurde nach dem großen Erfolg der Tokaido-Linie in Richtung Norden erweitert. Eine Neukonstruktion der Fahrzeuge war allerdings erforderlich, da in der gebirgigen Gegend Japans mit langanhaltenden Steigungen und hohem Schneeaufkommen zu rechnen ist. Die Höchstgeschwindigkeit sollte unter allen Umständen konstant bleiben. Um die nötigen Erfahrungen für den Bau der Serienzüge zu bekommen, entwickelte die damalige JNR einen Prototyp der Baureihe 961, der für zwei verschiedene Stromsysteme ausgelegt war. Ab 1972 stand er für Testfahrten bereit, bei denen er zuerst magere 210 km/h erreichte, später aber mit 319 km/h zeigte, was in ihm steckt. Die daraus gewonnenen Erfahrungen flossen direkt in das zweite Versuchsfahrzeug der Baureihe 962 ein. Diese Baureihe entsprach im Groben schon die der Serienzüge. 1980 schließlich kamen nach und nach die Serienfahrzeuge zum Einsatz.
Technik
Die Ingenieure mussten viel Neuland erforschen, damit der Zug den extremen Anforderungen im nördlichen Japan auch gewachsen ist. Wegen der vielen Steigungen steigerten die Ingenieure die Motorenleistung im Vergleich zur Baureihe 0 auf 230 kW. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 240 km/h. Um den Haftwert bei Schnee und Eis zu erhöhen, werden die Motoren mit Hilfe von Thyristoren gesteuert. Dadurch verringert sich auch das Schlingerverhalten in Kurven. In den Seitenwänden sind Lüftungsgitter angebracht. Hier wird die Luft für die Klimatisierung und Kühlung der Motoren angesaugt. Eine Zentrifuge trennt die Luft vom Schnee, der durch den Wagenboden wieder herausgeschleudert wird. Damit die Türen nicht zufrieren sind diese elektrisch beheizt. Zum Schutz vor Eis sind die Unterflur-Aggregate vollständig ummantelt. Des weiteren wurde das Bremssystem verbessert. Die weiterentwickelten Stromabnehmer reduzieren den Lärmpegel. Die erfolgreiche Aufteilung der elektrischen Einrichtungen auf zwei Fahrzeuge, die damit eine Einheit bilden, wurde konsequent übernommen. Die Kopfform sieht bulliger aus. Auffallend sind die integrierten Schneepflüge unterhalb der Nasen. Erwähnenswert sind auch die Warmwasser-Sprühgeräte an der Strecke, die an schwierigen Streckenteilen Schnee und Eis von den Gleisen fernhalten.
Inneneinrichtung
Die Inneneinrichtung entspricht im Großen und Ganzen die der Baureihe 0. Lediglich die Farbgebung wurde geändert. Wegen der kurzen Reisezeiten werden keine Speisewagen im Zugverband mitgeführt. An ihrer Stelle traten Büfettwagen mit Cafeteria.
Einsatz
Wie schon erwähnt verkehren die Baureihen 200 in nördlichen Gegenden Japans, häufig in Traktion mit der Baureihe 400. Wegen des geringeren Fahrgastaufkommens sind keine weiteren Züge nachgebaut worden. Für das übrige Streckennetz schaffte man sich neue Baureihen an. Am Samstag, den 23. Oktober 2004 erschütterte ein schweres Erdbeben die Präfektur Niigata. Daraufhin ist zum ersten Mal in der Geschichte des Shinkansen ein Hochgeschwindigkeitszug entgleist. Der Zug der Baureihe 200 war mit 210 km/h auf dem Weg von Tokio nach Niigata, als das Beben zwischen Urasa und Nagaoka 8 von den 10 Wagen zum Entgleisen brachte und der Zug nach 1,6 Kilometern zum Stillstand kam. Keiner der 151 Fahrgäste wurde verletzt.
[ Aufgrund von Widersprüchen in der mir vorliegenden Literatur können einige technische Daten variieren ]
Zug-/ Baureihenbezeichnung:
Baureihe 200
Herstellerfirmen:
Nippon Sharyo
Kawasaki
Hitachi
Kinki Sharyo
Tokyu Sharyo
Herstellungskosten pro Zug:
k.A
Anzahl der Züge:
44 Züge
Anzahl der Wagen:
16 (tw. auch 8,10, 12 und 14-Wagen-Züge)
Sitzplätze 1./2.Klasse/Restaurant:
97 / 788 / ---
Baujahr:
1980
Spurweite:
1435 mm
Stromsystem(e):
25 kV / 50 Hz
Zugleitsystem(e):
k.A.
Max. erreichte Geschwindigkeit:
276 km/h
Höchste zulässige Geschwindigkeit:
240 km/h
Höchstgeschwindigkeit im Plandienst:
240 km/h
Bremssysteme Zug:
elektr. Widerstandbremse
Druckluft-Scheibenbremse
Beschleunigung:
0,39 m/s²
Anfahrzugkraft:
k.A.
Anzahl d. Achsen / davon angetrieben:
64 / 64
Anzahl / Art der Motoren:
64 / MT201 Gleichstrom-Motoren
Motorenleistung max. / dauer:
64 x 230 kW (insg. 14.720 kW)
Jakobsdrehgestelle:
Nein
Neigetechnik:
Nein
Traktionsfähig:
Ja
Radtyp / Radsatzanordnung:
Monobloc / Bo'Bo'
Wagenfederung:
Luftfederung
Länge / Breite / Höhe Triebkopf:
25.150 / 3.385 / 4.110 mm
Länge / Breite / Höhe Wagen:
25.000 / 3.385 / 4.110 mm
Achslast:
17 t
Leergewicht Zug:
1088 t
Länge des Zuges insgesamt:
400 m
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