Auch Yamagata sollte an das Shinkansen-Netz angeschlossen werden, doch die bestehende Strecke weist einen geringen Gleismittenabstand und viele Kurven auf. Darüber hinaus liegt die Spurbreite der konventionellen Strecke bei 1067 mm. Es gab zwei Möglichkeiten: entweder der Bau einer völlig neuen Hochgeschwindigkeitstrasse oder der Bau neuer, auf die Streckenbedürfnisse abgestimmter Fahrzeuge. Aus Kostengründen entschied sich die JR West für den Bau der Baureihe 400. Die Strecke nach Yamagata musste darüber hinaus ein drittes Gleis erhalten, damit die normalspurigen Fahrzeuge darauf verkehren können. Ein Umspuren der Fahrzeuge stand nicht zur Diskussion, da es immer noch Probleme bereitet, angetriebene Achsen umzuspuren. Im Oktober 1990 wurde ein 6-teiliger Prototyp an die Bahngesellschaft ausgeliefert, der gleich für spektakuläre Rekorde sorgte. Als Höhepunkt erreichte der Testzug 1991 eine Geschwindigkeit von 345 km/h. Das war japanischer Rekord! Dem Prototyp folgten in kurzen Abständen die 12 Serienfahrzeuge.
Wie schon erwähnt, mussten die Züge der Baureihe 400 besonders schmal gebaut werden, da auf der Strecke von Fukushima nach Yamagata der Gleisabstand geringer ist als auf den Shinkansen. Automatisch ausklappbare Trittbretter sorgen für die Überbrückung der Lücke zwischen Zug und Bahnsteig. Die Baureihe 400 kann unter zwei unterschiedlichen Stromsystemen fahren: 25 kV / 50 Hz (Neubaustrecke) und 20 kV / 50 Hz (Umbaustrecke). Beide Stromabnehmer können unter beiden Stromsystemen eingesetzt werden. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit liegt bei 240 km/h bzw. bei lediglich 130 km/h auf der Umbaustrecke.
In der 1. Klasse stehen lediglich 20 Sitzplätze zur Verfügung, die in einem der beiden Endwagen untergebracht sind. Die Anordnung der Sitze ist 2+1. In den übrigen Wagen befindet sich die 2. Klasse mit 2+2 Bestuhlung. WCs, Waschräume und Telefone sind in jedem zweiten Wagen zu finden. Die Fenster sind überraschenderweise in der zweiten Klasse größer als in der ersten Klasse.
Mit Ausnahme einer Garnitur befahren die übrigen 11 Züge die Strecke Tokio - Fukushima - Yamagata - Shinjo. Dabei fahren die Züge der Baureihe 400 auf der Neubaustrecke so gut wie immer in Traktion mit der Baureihe 200. Zugtrennung und -kopplung erfolgt in Fukushima.
Technische Daten der Baureihe 400 |
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| Zug- / Baureihenbezeichnung: | Mini-Shinkansen / Baureihe 400 |
| Einsatzland: | Japan |
| Hersteller: | Kawasaki Heavy Industries |
| Zugtyp | Triebwagenzug |
| Anzahl der Endwagen: | 2 Endwagen |
| Anzahl der Mittelwagen: | 5 Mittelwagen |
| Baujahre: | 1990 - 1995 |
| Spurweite: | 1435 mm |
| Stromsystem(e): | 25 kV / 50 Hz 20 kV / 50 Hz |
| Höchstgeschwindigkeit bei Versuchsfahrten: | 345 km/h |
| Technisch zugelassene Höchstgeschwindigkeit: | 240 km/h |
| Höchstgeschwindigkeit im Plandienst: | 240 km/h |
| Motoren: | 24 MT203 Gleichstrom-Motoren |
| Antriebsleistung des Zuges: | 5.040 kW ( 24 x 210 ) |
| Beschleunigung des Zuges: | 0,44 m/s² |
| Jakobsdrehgestelle: | Nein |
| Neigetechnik: | Nein |
| Zug fährt auch in Traktion: | Ja |
| Anzahl der Achsen / davon angetrieben: | 24 / 24 |
| Länge / Breite / Höhe der Endwagen: | 23.075 / 2947 / 4070 mm |
| Länge / Breite / Höhe der Mittelwagen: | 20.500 / 2947 / 3970 mm |
| Achslast: | 13 t |
| Leergewicht: | 312 t |
| Zuglänge: | 128 m |
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Angaben ohne Gewähr |
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