Etwa drei Kilometer vom Bahnhof Paddington im Westen Londons entfernt waren am 05.10.1999 ein Intercity und ein Schnellzug ineinander gerast. Mehrere Waggons entgleisten und gerieten in Brand. Die Ursache des Unglücks war zunächst unklar. Feuerwehr und Bahnpolizei begannen nach den ersten Rettungseinsätzen mit der systematischen Durchsuchung der zerstörten Waggons. Bis zum Nachmittag konnten sie alle Passagiere bergen, die noch in den Trümmern eingeschlossen waren. Sechs Krankenhäuser in der Umgebung versorgten insgesamt 124 Verletzte; viele von ihnen hatten Brandwunden. In Schulen und in einem Supermarkt wurden die Leichtverletzten versorgt. Der Bahnhof Paddington, einer der größten des Landes, wurde für den ganzen Tag geschlossen. Dadurch fiel auch die wichtigste Bahnverbindung zum größten Londoner Flughafen Heathrow aus.
Der Boom der Züge mit Neigetechnik ist ungebremst. Ab 1. November 1999 sollen die "Krengetog" (Baureihe BM 73) zwischen Oslo und Kristiansand planmäßig verkehren. Die von Adtranz gefertigten 16 Züge sollen aber im Laufe des kommenden Jahres weitere Strecken befahren.
Auf der schon im Bau befindlichen, 345 km langen Hochgeschwindigkeitsstrecke soll der Eurotrain fahren. Die Finanzierung der neuen Strecke ist jedoch nach wie vor ungeklärt. Japan bietet Kredite von 70 Milliarden Taiwan-Dollar an, wenn Taiwan statt des Eurotrains die Shinkansen-Züge bestellen würde.
Es steht fest, daß die Neubaustecke Rhine-Rhône zwischen Dijon und Belfort verlaufen soll. Die Baukosten würden sich auf 8,9 Milliarden Franc belaufen. Nach einer Finanzanalyse wird entschieden, ob die langersehnte Schnellstrecke gebaut wird oder nicht.
Im Juli 2000 soll die Schnellstrecke von Paris zum Mittelmeer eingeweiht werden. Um die Kapazitäten zu erhöhen, bestellte die SNCF weitere 12 TGV-Duplex-Garnituren. Die ersten Züge sollen Mitte 2001 ausgeliefert werden.
Obwohl sich die Finanzlage in Deutschland nicht gebessert hat, sollen zwei weitere Neubaustrecken entstehen. Zwischen Rottendorf und Iphofen auf der Strecke Würzburg - Nürnberg soll ein ca. 30 Kilometer langer Abschnitt für 300 km/h neu gebaut werden. Nach Iphofen wird sich die schon fertiggestellte Ausbaustrecke anschließen. Geplant ist auch eine ICE-Strecke von Stuttgart nach Ulm. Jedoch wird sich die Realisierung dieser Projekte um ein paar Jahre hinauszögern.
Angesichts des teilweise stark veralteten Schienenetzes werden bis zum Jahr 2010 rund 48 Milliarden DM für die Modernisierung des bestehenden Netzes aufgewendet. Vor allem Oberbau, sowie Leit- und Sicherungstechnik sollen flächendeckend verbessert werden, u.a. damit der ICE-T seine volle Geschwindigkeit ausfahren kann.
Wegen Geldmangel wird der Bau der 8 Milliarden teuren Neubaustrecke von Nürnberg nach Erfurt vorerst nicht mehr fortgesetzt. Der z.Zt. im Bau befindliche Abschnitt von Erfurt nach Arnstadt wird jedoch fertiggestellt und ans vorhandene Schienennetz angebunden. Die Fahrzeitverkürzung zwischen Nürnberg und Erfurt beträgt dennoch 43 Minuten.
Die SNCF übernahm drei Eurostar-Garnituren und rüsteten diese für den TGV-Verkehr um, so daß sie auch unter 1,5 kV Gleichstrom fahren können. Anstatt des TGV-Réseau 9532/9573 pendeln zwei Züge zwischen Brüssel und Nice. Das Eurostar-Logo wurde durch das SNCF-Logo ersetzt.