Neuigkeiten und aktuelle Ereignisse rund um Hochgeschwindigkeitszüge

Mann sprang aus fahrendem Shinkansen — 29.Dezember 2001

Während der Fahrt mit einem Shinkansen-Zug einer älteren Generation öffnete ein 54 Jahre alter Fahrgast absichtlich die Wagentüre und sprang in einem Tunnel bei 200 km/h aus dem Zug. Der Fahrer bemerkte das Warnsignal in seinem Cockpit und hielt sofort an. Nachdem ein Schaffner aus der offenen Türe hinaussah aber keine Ursache feststellen konnte, setzte der Zug die Fahrt fort. Der Fahrer eines nachfolgenden Shinkansenzuges sah den Mann neben dem Gleisbett liegen und verständigte die Polizei. Für den Suizid kam jede Hilfe zu spät.

ICE -Triebkopf in Flammen — 23.November 2001

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag ging ein ICE 1-Triebkopf in Flammen auf. Lokführer von entgegenkommenden Zügen meldeten zwischen Hanau und Frankfurt austretenden Rauch aus dem hinteren Triebkopf des ICE 698. Daraufhin wurde der ICE im Bahnhof von Offenbach gestoppt. Die 160 Fahrgäste wurden bei dem Zwischenfall, der einen Schaden von ca. 7 Millionen Mark verursachte, nicht verletzt.

"Free-Gauge-Train": erstmals Testfahrten auf dem Shinkansennetz — 22.November 2001

Der komplett umspurbare japanischeTriebzug GCT01 unternimmt seit Ende Oktober erstmals Testfahrten auf den Shinkansen-Hochgeschwindigkeitsstrecken. Zur Zeit wird eine Umspuranlage für das Wechseln von Schmalspur- auf Normalspurnetz errichtet. Testfahrten mit dem Free-Gauge-Train sind bis Dezember 2002 geplant.

ICE 3 Testfahrten in Belgien — 21.November 2001

Seit Ende Oktober und Anfang November finden in Belgien Testfahrten mit einer ICE 3-Mehrsystem-Garnitur statt. Abgestellt wird der Zug in Brüssel-Midi zwischen Thalys und Eurostar-Garnituren. Im Gespräch ist eine ICE-Verbindung "Brüssel - Köln" für Herbst kommenden Jahres.

ICE fuhr zu schnell über Weiche — 19.November 2001

Ein ICE der ersten Generation fuhr am Samstag, den 17. November zwischen Hamburg und Hannover mit überhöhter Geschwindigkeit über den abzweigenden Ast eine Weiche. Statt der erlaubten Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h wechselte der ICE mit 120 - 185 km/h das Gleis, um einen Güterzug zu überholen. Im Speisewagen sind drei Mitropa-Mitarbeiter und zwei Reisende gegen die Wand geschleudert worden und haben Prellungen erlitten. Außerdem sei Geschirr durch die Luft geflogen. Eine Signalstörung wird als Ursache angegeben. Weil die Linienzugbeeinflussung den Zug nicht abbremste, sollen nun Untersuchungen vom Eisenbahnbundesamt und von Experten der Bahn durchgeführt werden.

ICE rast gegen Betonplatten — 15.November 2001

Auf der ICE-Strecke von Hannover nach Hamburg haben kurz vor Mitternacht unbekannte Täter einen Stapel von sieben Betonplatten auf die Gleise gelegt, in der ein ICE-Zug hineinraste. Nach dem Aufprall ließ der Zugführer den ICE bis zum nahe gelegenen Bahnhof Bardowick rollen, wo die Fahrgäste vorsorglich aussteigen und mit einem Interregio weiterfahren mussten. Der ICE konnte aber aus eigener Kraft das ICE-Werk in Hamburg erreichen. Die Höhe des Schadens an den Zug stand am Donnerstag noch nicht fest.

TGV-Atlantique entgleist — 01.November 2001

Auf dem Weg von Paris nach Irun entgleiste am 31.Oktober bei Tempo 130 km/h ein TGV-Atlantique in der Nähe von Dax. Als Grund wird ein Hindernis auf den Gleisen angenommen. Fünf von mehr als 400 Fahrgästen wurden durch Glassplitter verletzt. Bei der Entgleisung kippten einige Wagen sowie der hintere Triebkopf um.

Microsoft setzt auf den ICE — 26.Oktober 2001

Reisende sollen künftig auch in Zügen der Deutschen Bahn nicht mehr auf E-Mails und andere Online-Angebote aus dem Internet verzichten müssen. Bahnchef Hartmut Mehdorn und der Microsoft-Vorstandsvorsitzende Steve Ballmer einigten sich auf ein Pilotprojekt mit dem Namen «Rail&Mail». Neueste Technologien sollen für ein komfortables computergestütztes Arbeiten an Bord der Züge getestet werden. Des weiteren laufen Gespräche mit der Telekom, die Mobilfunk-Versorgung entlang der Schnellfahrstrecken deutlich zu verbessern.

Offene Schranke bremste ICE-TD aus — 25.Oktober 2001

In Schwarzenbach schlossen am 25.Oktober die Halbschranken nicht. Der Triebfahrzeugführer eines herannahenden ICE-TD bemerkte die geöffneten Schranken und legte eine Vollbremsung ein. Trotzdem kam der Zug erst mitten auf dem Bahnübergang zum Stehen. Glücklicherweise kam dabei niemand zu Schaden.

Weitere ICN für die Schweiz — Oktober 2001

Obwohl die bisherigen 24 ICN wegen ungenügender Signalisierung z.Zt. nur 160 km/h statt 200 km/h fahren dürfen, beschlossen die SBB offiziell, weitere zehn ICN - möglicherweise ohne Restaurant - bei Bombardier und Alstom zu ordern. Ab Dezember 2004 sollen sie auf der Juraflusslinie von Lausanne über Biel nach Zürich verkehren.

Neues ICE-Werk in Dortmund — Oktober 2001

Das vorhandene Werk in Dortmund Spähenfelde wird in einem Zeitraum von drei Jahren ausgebaut, damit die künftigen ICE 3 der NBS Frankfurt (M) / Köln mit Endhalt in Dortmund rasch gewartet werden können. Rund 100 Millionen DM werden in den Umbau und die Erweiterung investiert.

ICE 3 erreichte 368 km/h — September 2001

Auf der 120 Kilometer langen Strecke zwischen Wolfsburg und Rathenow erreichte eine ICE 3 - Garnitur am 03.09. bei Messfahrten 368 km/h. Schon vorher war er für 300 km/h zugelassen, es fehlte aber noch die Zulassungsfahrt, mit der der Hochgeschwindigkeitszug eine 10 Prozent höhere Geschwindigkeit erreichen muss, als er im Plandienst fahren wird. Bei dem ICE 3 wurden rund 200 verschiedene Daten, unter anderem Vibration, Beschleunigung und Bremsleistung gemessen.

Das Bordrestaurant im ICE 3 wird abgeschafft — September 2001

Nachdem feststand, dass der Sitzabstand im neuen ICE verringert wird, muss nun auch das Bordrestaurant dran glauben. Zugunsten höherer Beförderungskapazitäten soll es einem Bristrobereich weichen. ICE-Züge der 1. und 2. Generation sind von der Umbauaktion nicht betroffen. Der Zeitpunkt steht allerdings noch nicht fest.

Im ICE 3 wird man künftig enger sitzen — September 2001

Beschlossene Tatsache ist der Umbau der ICE-Züge der 3. Generation. Um dem Fahrgastaufkommen auf der künftigen NBS Frankfurt (Main) / Köln gerecht zu werden, soll der Sitzabstand in der 2. Klasse im ICE 3 von 97 auf 92 Zentimeter reduziert werden. Da ein hoher Bedarf an Zweitklasswagen herrscht, wird ein Erklasswagen zu einem Zweitklasswagen umgerüstet. Die Anzahl der Raucherplätze schrumpft zugunsten eines höheren Nichtraucheranteils. In der ersten Klasse wird es keine Änderungen geben. Wann es zur Modifizierung kommt, ist noch unklar.

Schweizer ICN wieder im Einsatz — August 2001

Wegen verlorenen Drehgestellteilen wurden alle ICN aus dem Verkehr genommen. Die Ursache waren lockere Schrauben. Unter 54.600 kontrollierten Schrauben seien 69 locker gewesen, teilten die SBB und Alstom am Donnerstag mit. Mit grösster Wahrscheinlichkeit führten zu weiche Gummihalterungen, verbunden mit Vibrationen, zur Lockerung der Schrauben in den Drehgestellen. Alstom wird an den Schrauben Sicherungsanpassungen vornehmen.

Ausgebremster ICE 3 soll Testfahrten absolvieren — August 2001

Trotz hoher Leistungsreserven dürfen die seit Juni 2000 im Einsatz befindlichen ICE 3 - Züge nicht mehr als 230 km/h fahren. Ursachen dafür sind erhöhte Windempfindlichkeit und die Wirbelstrombremse, deren Auswirkungen auf Signalanlagen noch verringert werden müssen. Um endlich schneller fahren zu können, bedarf es Messfahrten, die in der kommenden Woche auf der Strecke Hannover-Berlin zwischen Wolfsburg und Rathenow stattfinden werden. Erst dann sind die neuen ICEs für 330 Stundenkilometer zugelassen. Für diese Zulassung muss der Zug Geschwindigkeiten bis 360 km/h im Fahrtest bestehen. Tut er das, dann ist auch die neuartige Wirbelstrombremse zugelassen.

Beim Schweizer ICN sind die Schrauben locker — August 2001

Mitte August verlohr ein ICN auf offener Strecke Teile eines Drehgestells. Daraufhin wurden alle ICN-Züge aus dem Verkehr genommen und genauestens untersucht. Bereits am 29. Juli war ein ICN in Zürich-Oerlikon entgleist, weil vermutlich eine nicht ordnungsgemäß festsitzende Schraube den Bruch einer Antriebswelle verursachte.

Im August umfahren die ICE-Züge Nürnberg — Juli 2001

Wegen umfangreichen Gleisbauarbeiten auf der Strecke Nürnberg - Würzburg werden alle ICE-Züge sowie ein IC-Zug Nürnberg großräumig umfahren. Fahrgäste aus Nürnberg werden durch einen ICE-Shuttle-Service nach Donauwörth gebracht. Dort können in der Zeit vom 1. bis 30. August Reisende in die ICE-Züge zusteigen. Weiterhin halten in diesem Zeitraum die 7 ICE-Züge auch in Ansbach.

Geologische Probleme bei NBS München – Nürnberg — Juli 2001

Die Deutsche Bahn ist beim Bau der Tunnelabschnitte zwischen Ingolstadt und Nürnberg auf riesige Hohlräume gestoßen. Diese Höhlen sind so groß, dass sie vom ICE wahrscheinlich nur auf Brücken durchquert werden können. Der Bau von unterirdischen Brücken war bislang nicht vorgesehen. Die Inbetriebnahme der Strecke dürfte sich dadurch bis Ende 2005 verzögern.

Schwelbrand im ICE — Juni 2001

In Baden-Württemberg mussten rund 150 Fahrgäste am 23. Juni einen ICE-Zug auf freier Strecke verlassen. Eine Zeitung in einem Abteil löste ein Feuer aus. Nach Angaben des Bundesgrenzschutzes Karlsruhe waren die Fahrgäste zu keiner Zeit in Gefahr. Der Schwelbrand konnte vom Zugpersonal mit Feuerlöschern schnell erstickt werden.

Anschläge auf die Neubaustrecke "Méditerranée" — Juni 2001

Gegner der neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke in Frankreich verübten am 26. Juni Brandanschläge auf Einrichtungen entlang der Strecke, was zu erheblichen Verspätungen führte.

Bestellung von 10 weiteren ICN für die Schweiz — Juni 2001

Ende Juni bestellen die SBB bei Bombardier Transportation und Alstom Schienenfahrzeuge weitere 10 ICN-Züge. Sie ergänzen die 24 Fahrzeuge der ersten Serie und kommen ab Ende 2004 zwischen Genf- / Lausanne - Biel - Delémont - Basel zum Einsatz. Nach Klärung der Finanzierungsfrage sollen nochmals 10 Neigezüge des Typs ICN folgen. Die Herstellungskosten bei Bombardier belaufen sich auf rund 420 Millionen Franken.

Keine Raucherplätze mehr im Eurostar — Juni 2001

Ab dem 1. Oktober 2001 wird es künftig keine Raucherplätze mehr im den Eurostar Hochgeschwindigkeitszügen geben. Begründet wird diese Entscheidung durch einen Mangel an Nichtraucherplätzen, wie sich bei einer Befragung der Fahrgäste herausstellte. Zudem ist ab 2002 geplant, nach und nach die Inneneinrichtung der Eurostar-Züge zu erneuern. [ News von www.eurostar.com ]

Testfahrten des ICE 3 in Frankreich — Juni 2001

Wie der Newsgroup fr.misc.transport.rail zu entnehmen ist, werden auf der Strecke "Straßburg - Mülhausen" mit einem ICE 3 Mehrsystemzug Testfahrten durchgeführt.

Fahrgast stürzte aus ICE — Juni 2001

Am Montag, dem 18. Juni stürzte ein Fahrgast beim Öffnen einer Einstiegstüre auf der Neubaustrecke "Hannover - Göttingen" bei 250 km/h aus einem ICE. Beim Öffnen der Türe bekam der Triebfahrzeugführer ein Signal vom Bordcomputer, worauf er den Zug stoppte. Es wird von einem Selbstmord ausgegangen, da die Türblockierung nur absichtlich geöffnet werden kann. In Frankreich kam es vor ein paar Jahren zu einem ähnlichen Zwischenfall, als ein Fahrgast bei 300 km/h aus einem TGV-Zug fiel. Die Ursache ist bis heute nicht geklärt.

Diesel-ICE (ICE-TD) geht an den Start — Juni 2001

Ab dem 10. Juni wird die IR-Linie "Nürnberg - Dresden" komplett auf ICE-TD umgestellt. Zu den seit 23. April verkehrenden 4 ICE-TD-Zugpaaren kommen weitere 4 Zugpaare hinzu. Zwei davon fahren über Marktredwitz, die anderen nehmen den kürzeren Weg über Bayreuth.

Eröffnung der Neubaustrecke TGV-Méditerranée — Juni 2001

Ab dem 10. Juni wird der Abschnitt Valence - Marseille der LGV-Méditerranée in Betrieb gehen. Damit gehen auch umfangreiche Änderungen des Fahrplans einher. Für die Distanz Paris - Marseille benötigt der TGV im günstigsten Fall nur 3 Stunden Fahrzeit. Neu ist auch die Anbindung von Metz an das TGV-Netz. Das Thalys-Angebot beinhaltet nun eine saisonale Direktverbindung "Amsterdam - Marseille". Für die 1289 km lange Strecke benötigt der Thalys 7 Stunden 28 Minuten. Auf dem 831 Kilometer langen Abschnitt "Brüssel - Marseille" stellt der Thalys mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 238 km/h einen französischen Rekord auf (Fahrzeit: 3 Stunden 29 Minuten). Weitere Informationen sind unter der Rubrik "Frankreich >> Thalys" und "Frankreich >> Strecken" zu finden.

Spanien baut sein Hochgeschwindigkeitsnetz weiter aus — Juni 2001

Bis 2010 möchte die spanische Regierung das Hochgeschwindigkeitsnetz auf 7200 km Länge ausgedehnt haben. Schon jetzt sind neben der Verbindung Madrid-Barcelona folgende Neubaustrecken im Bau:

Des weiteren ist bis 2010 die Beschaffung weiterer Hochgeschwindigkeitszüge geplant:

ICE 3 für Spanien wird international gefertigt — Juni 2001

Siemens ist verpflichetet, 90 Prozent des ICE3 in Spanien fertigen zu lassen. Ein Drittel des Auftragswertes werden einem Werk in der Nähe von Barcelona hergestellt. Es handelt sich hauptsächlich um Fahrmotoren. Bei Zweidrittel können sich andere Firmen beteiligen. So werden sich die Hersteller von TGV-Zügen "Alstom" und "CAF" an der Konstruktion beteiligen.

ICE 3 und Talgo 350 sollen in Spanien fahren — April 2001

Ab 2004 sollen auf der neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke von Madrid nach Barcelona neue Hochgeschwindigkeitszüge fahren. Dazu bestellte die spanische Eisenbahngesellschaft RENFE 16 ICE 3 von Siemens und nochmals 16 Talgo 350 - Züge von Adtranz-Schweiz / Talgo. Die Höchstgeschwindigkeit wird bei 350 km/h liegen.

Zugunglück in England — Februar 2001

Am Morgen des 28. Februars gegen 6:30 Uhr kam es zu einem schweren Zugunglück in der Nähe von Selby. Ein Autofahrer kam bei schlechtem Wetter wegen eines geplatzten Reifens von der Fahrbahn ab und viel von einer Brücke auf die darunter verlaufenden Gleise. Der leichtverletzte Fahrer verständigte sofort per Handy den Notruf. Doch noch während des Anrufes fuhr ein Güterzug in das Fahrzeug und entgleiste. Ein aus der Gegenrichtung kommender IC (Baureihe 91), der mit Pendlern von York nach London unterwegs war, fuhr mit ca. 200 Stundenkilometern in den entgleisten Güterzug. Die Bilanz des tragischen Unglücks: 13 Tote und ungefähr 70 z.T. schwerverletzte Reisende. Jedoch werden noch weitere Opfer unter den Trümmern vermutet.