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Am 17.10.2000 entgleiste ein britischer Hochgeschwindigkeitszug. Der Unfall ereignete sich zwischen London und Leeds bei 184 km/h. Bisher sind 4 Tote und zahlreiche Verletzte zu beklagen. Die Ursache der Entgleisung mehreren Wagen ist wahrscheinlich ein Gleisbruch.
Deutschland ist das teuerste Bahnland Europas. Daß es noch teurer geht, demonstriert die Deutsche Bahn AG mit ihrem neuen Tarifsystem, das ab Herbst 2000 in drei Stufen modernisiert wird. Der Fahrpreis wird danach richten, wie schnell ein Fahrgast von A nach B fährt und wie lange er im Voraus bucht. Wer sich nicht vorher festlegen kann (z.B. Geschäftsreisende) darf draufzahlen. Scheinbar besitzen zu viele Fahrgäste eine Bahncard, denn evtl. soll der Ermäßigungsrabatt von bisher 50 % auf lediglich 25 % sinken. Hat man als Fahrgast trotzdem ein Billigtarif erworben, ist eine Umbuchung nicht oder nur gegen Aufpreis möglich.
Nun nimmt das Projekt "TGV-Est" endlich konkrete Formen an. Bis 2006 wird eine Hochgeschwindigkeitsstrecke von Paris bis Metz und von Rastatt bis Appenweier entstehen. Die Fahrzeiten von 6 Stunden werden dann auf 3,5 Stunden schrumpfen. Auf dieser Strecke sollen neue Züge mit dem Namen Rhealys verkehren. Ob das wieder reine TGV-Züge oder von Frankreich und Deutschland zusammen entwickelte Fahrzeuge sein werden, ist nicht bekannt.
Ab dem Sommerfahrplan 2000 werden erstmals die 7 kurzen Eurostarzüge zwischen London und Brüssel eingesetzt. Die entfallenden langen Eurostars sollen von Lodon über Paris hinaus bis nach Lyon fahren, solange, bis der neue TGV-Duplex fertiggestellt ist. Weitere 4 kurze Eurostar-Garnituren möchte die British Rail auf der Hauptstrecke zwischen London und Edinburgh fahren sehen.
Bald soll eine neue TGV-Duplex-Generation die Fahrgäste auf der TGV-Südost-Strecke befördern. Auf der Expo 2000 kann man im Pavillion "Frankreich" ein Modell des zukünftigen Doppelstock-TGVs sehen. [ Bild ]
Am Freitag, den 16. Juni hat sich ein 19-jähriger Gymnasiast vor einem 250 bis 300 km/h schnellen Eurostar geworfen und Selbstmord begangen. Fahrgäste kamen nicht zu Schaden. Der Unfall ereignete sich in der Nähe von Lille.
Am Montag, den 5. Juni ist in der Nähe der französischen Stadt Arras ein Eurostar-Zug bei 300 km/h entgleist. Der Zug mit rund 500 Fahrgästen war auf dem Weg von Paris nach London, als einige der Wagen aus den Schienen sprangen. Glücklicherweise kippten diese nicht um, so daß nach Angaben der SNCF kein Toter zu beklagen ist. Sieben Fahrgäste trugen Verletzungen davon. Ein technischer Defekt am hinteren Dehgestell des Triebkopfes soll für den Unfall verantwortlich gewesen sein.
Schon bald möchte die Virgin Rail Group in England 55 bis 60 Hochgeschwindigkeitszüge beschaffen, die vom französischen TGV abgeleitet sein werden. Die 330 km/h schnellen Züge mit dem Namen Virgin à Grande Vitesse (VGV) sollen zwischen London, Paris, Amsterdam und Köln pendeln.
Bis zum Jahresende 2000 soll der Bau neuer Hochgeschwindigkeitszüge in Auftrag gegeben werden. Zur Auswahl stehen der deutsche ICE 3, einer der frz. TGV-Züge und der Talgo. Diese neuen Hochgeschwindigkeitszüge sollen auf der 2005 fertiggestellten Schnellstrecke Madrid-Barcelona mit 350 km/h fahren. Das Auftragsvolumen liegt bei 1,3 Milliarden DM. Bis 2007 möchte die spanische Regierung weitere Schnellstrecken aus dem Boden stampfen, um die Hauptstadt Madrid von jeder Großstadt Spaniens aus in 4 Stunden oder weniger erreichen zu können. Dafür werden 55 Milliarden DM zur Verfügung gestellt.
In der Nacht vom 05. zum 06.Februar entgleiste der Nachtzug D 203 in Brühl in der Nähe von Köln. Sieben Tote wurden geborgen, viele Verletzte lagen stundenlang unter den Trümmern der verkeilten Waggons. Bei dem Unfall stürzten die Lok und drei Wagen eine Böschung hinab. Die Lok der Baureihe 101 kam in einem Haus stehen. Der Zug war von Amsterdam auf dem Weg nach Basel mit vielen Reisenden aus dem Ausland unterwegs.
Ein kleiner Teil der 412 km langen Neubaustrecke zwischen Seoul und Pusan ist für erste Testfahrten fertiggestellt worden. Seit Mitte Dezember finden dort Testfahrten des KTX (Korean Train Express) statt. Die teils in Frankreich (12), teils in Korea (34) gefertigten Züge sollen im Dezember 2003 erstmals den Plandienst aufnehmen.
Bis 2010 soll ein Hochgeschwindigkeitszug der 4. Generation mit einheitlicher Technik und gleichen Sicherheitsstandards in Betrieb gehen. Diesen Zug wollen die Deutsche Bahn AG und SNCF gemeinsam entwickeln. Inwieweit Techniken vom französischen TGV und dem deutschen ICE übernommen werden, ist noch unklar.
Seit dem 19.12.1999 fahren auf der ICE-Linie 10A die neuen siebenteiligen ICE-T-Züge. Die Fahrt geht von Berlin aus über Magdeburg nach Düsseldorf, allerdings ohne Halt in Hannover.
Zur Expo 2000 in Hannover soll schon der ICE der 3. Generation die Besucher der Weltausstellung befördern. Allerdings gibt es Probleme, die beim Einsatz der linearen Wirbelstrombremse auftreten können. Das starke Magnetfeld, dass die Wirbelstrombremse erzeugt, stört die Signale an den Strecken. Bis alle Signale fertig abgeschirmt sind, darf der ICE 3 auf Ausbaustrecken statt 200 km/h nur mit 140 km/h fahren. Auf Neubaustrecken sind lediglich 160 km/h (lt. em 1/2000) bzw. 200 km/h (lt. Focus) anstatt 280 km/h erlaubt. Da vorerst die Wirbelstrombremse nicht zum Einsatz kommen darf, müssen die im Vergleich zum ICE1 und 2 abgespeckten Scheibenbremsen den Zug sicher bremsen.
Taiwan kauft ihren Superzug überraschend bei der japanischen Shinkansen-Gruppe. Eurotrain war 1998 bei der Ausschreibung für den Bau des taiwanesischen Hochgeschwindigkeitszuges in die engere Wahl gekommen. Taiwan plant seit langem den Bau einer 350 Kilometer langen Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen der Hauptstadt Taipeh im Norden und dem Ballungsraum um die südliche Hafenstadt Kaohsiung. Der Auftragswert wird auf umgerechnet 27,5 Milliarden DM geschätzt.