Österreich möchte bis 2010 zu den Top-Bahnen Europas gehören und investiert daher kräftig in das Schienennetz und die Fahrzeuge. Neue Höchstgeschwindigkeiten bis zu 230 km/h sollen die Bahn auch wettbewerbsfähiger gegenüber dem Flugverkehr machen.
Im April 2005 schrieb die ÖBB eine Beschaffung von 23 Superzügen aus. Im Jahr zuvor kam zwar der Diesel-ICE der DB in die engere Auswahl, schied aber bei der Ausschreibung zugunsten elektrisch angetriebener Fahrzeuge aus. Im Februar 2006 entschied sich Österreich für 23 neue Fernreisezüge mit dem Namen "railjet". Dabei handelt es sich jeweils nicht um einen Triebzug (wie z.B. ICE 1) oder Triebwagenzug (wie z.B. ICE 3), sondern um einen Zugverbund aus Steuerwagen und sieben antriebslosen Mittelwagen, der von einer Taurus-Hochleistungslokomotive geschoben bzw. gezogen wird. In Zusammenarbeit mit Österreichs größter Tageszeitung hatte ein Leservoting über das Aussehen des zukünftigen Flaggschiffs der ÖBB stattgefunden und als Sieger konnte sich die "rote" Variante durchsetzen.Siemens darf die 230 km/h schnellen Züge für 243,5 Millionen Euro herstellen. Die Ziehung der Option über weitere 44 Garnituren wurde im April 2007 beschlossen. Die ÖBB erwarten sich durch die Luxus-Züge und zusätzlichen Service einen jährlichen Zuwachs von 1,23 Millionen Passagieren.
Jeder Zug bietet 408 Sitzplätze in drei Kategorien: Premium Class, Business Class und Economy Class. Natürlich wird jeder Zug alle Annehmlichkeiten eines modernen Hochgeschwindigkeitszuges aufweisen. Für mobilitätseingeschränkte Reisende sind folgende Einrichtungen geplant: Fahrzeuggebundene Hebelifte, drei Plätze für Rollstuhlfahrer /-innen, eine barrierefreie Toilette, eine Steckdose auch für Rollstuhlbatterien, Platz für den Blindenführhund, taktile Elemente, Serviceruf und adaptierte Notrufeinrichtungen. In den beiden oberen Klassen wird ein Am-Platz-Service angeboten, Steckdosen sind ebenso selbstverständlich wie breite, druckdichte Übergänge und nach neuesten ergonomischen Erkenntnissen gebaute Sitze. Die luftgefederten Drehgestelle der Bauart AS 400 entsprechen denen des deutschen ICE 3 und sorgen für eine angenehme Laufruhe.
Den Plandienst nehmen die neuen Züge ab 2008 zwischen Budapest, Wien und München auf, danach folgen die Verkehre zwischen Wien und Zürich/Bregenz. Angedacht sind auch folgende Routen:
Auslieferungsbeginn der ersten "railjet"-Züge an die ÖBB ist für 2008 geplant. Im darauffolgenden Jahr sollen alle 23 Kompositionen der Basisbestellung ihren Dienst verrichten.
Ab 1998 konnten sich auch die Österreicher vom komfortablen ICE der ersten Generation chauffieren lassen, wenn es sich dabei auch nur um ein Zugpaar pro Tag handelte. Erst zum Fahrplanwechsel 2006/07 rollten auch zwei ICE-T-Züge an ein kleiner Vorgeschmack auf Dezember 2007. Dann rollen im Zweistundentakt ICEs zwischen Frankfurt und Wien. Außerdem werden zusätzliche ICE-Verbindungen auf den Strecken München Wien, Wien Bregenz und Wien Innsbruck angeboten. Die Neigetechnik bleibt aber vorerst ausgeschaltet.
Ein zentraler Bestandteil wird die Neubaustrecke auf der Westbahn sein. Auf der bereits 42 Kilometer langen Neubaustrecke erreichen heute die Züge 200 km/h. Das Potenzial der Trasse ist jedoch bei weitem höher. Ende August, Anfang September 2005 testeten die ÖBB (Österreichische Bundesbahnen) zusammen mit Technikern der Deutschen Bahn mit dem Versuchszug ICE-S den Oberbau und die Oberleitung. Am 3. September war mit 305 km/h der Höhepunkt erreicht ein neuer, österreichischer Geschwindigkeitsrekord. Danach erfolgten Abnahmefahrten mit einem Langzug bei 280 km/h.