Velaro RUS (ICE3) Hochgeschwindigkeitszug in Russland

Velaro RUS; © by Konstantin Menschikow Velaro RUS; © Quelle unbekannt Velaro RUS; © Quelle unbekannt.

Diskussionen über ICE für Russland

2005 liefen Verhandlungen zwischen Siemens und der staatlichen russischen Eisenbahngesellschaft RZD, ein Gemeinschaftsunternehmen zum Bau von Hochgeschwindigkeitszügen zu gründen. Das Unternehmen sollte auf Basis der Siemens-Technologie Hochgeschwindigkeitszüge für den russischen Markt entwickeln. Anfang April 2005 kam es zu einer Unterzeichnung eines Teilvertrags mit einem Volumen von 1,5 Milliarden Euro zum Bau von 60 ICE 3-Zügen. Allerdings müssen sie besondere Anforderungen erfüllen. Die Spurweite in Russland beträgt 1520 mm statt wie in Deutschland 1435 mm. Die kalten und schneereichen Winter erfordern ein anderes Belüftungs- bzw. Kühlsystem. Die ersten Züge sollten komplett in Deutschland gefertigt werden, alle weiteren in Russland. Ab 2007 hätten die ersten Züge im Plandienst auf der etwa 700 Kilometer langen Strecke von Moskau nach St. Petersburg rollen sollen. Es war beabsichtigt, die bisherige Strecke auszubauen, sodass eine Maximalgeschwindigkeit von 230 km/h die Reisezeit auf 3 Stunden reduziert hätte. Ende September 2005 tauchte allerdings die Meldung auf, dass die russische Eisenbahn nach einem Führungswechsel vorerst nur noch 6 Züge in Auftrag geben werde. Im November 2005 kam schließlich das Aus für den ICE. Das russische Verkehrsministerium will eine neue Konzeption für eine Hochgeschwindigkeitsstrecke von Moskau nach St. Petersburg erarbeiten lassen.

Bestellung von 8 Zügen

Ein erfreulicher Augenblick war der 18. Mai 2006, als Verträge mit der RZD in Sotschi unterzeichnet wurden. Siemens Transportation (TS) darf acht Hochgeschwindigkeitszüge des Typs ICE 3, basierend auf der Velaro-Plattform liefern und für 30 Jahre deren Wartung durchführen. Der Auftragswert von der Herstellung und der Wartung liegt bei etwa 600 Millionen Euro. Dieser Vertrag soll zugleich eine hervorragende Basis für die langfristige Partnerschaft zwischen Siemens und der RZD auf allen Gebieten der Bahntechnik sein.

Die Produktion der zehnteiligen, 250 Meter langen Züge erfolgt in Deutschland (Erlangen und Krefeld-Uerdingen). Die Superzüge mit einer Kapazität von 600 Sitzplätzen werden für die russische Breitspur (1520 mm) ausgelegt und sind rund 33 Zentimeter breiter als die in Deutschland eingesetzten ICE 3. Erstes Einsatzgebiet der 250 km/h schnellen Züge soll die Strecke "Moskau – St. Petersburg" sein. Eine weitere Relationen könnte die Route "Moskau Nishni Novgorod" sein. Daher wird ein Teil der Züge für den Betrieb auf Gleich- und Wechselstrom-Strecken vorbereitet. Die letzten Züge sollen bis 2010 ausgeliefert werden.

Dieser Auftrag für Siemens ist ein weiterer Beweis für die Leistungsfähigkeit des Velaro-Systems, das mittlerweile nicht nur in Deutschland in Form vom ICE 3 fährt, sondern auch von den Niederlanden, Spanien und China bestellt wurde.

Technische Daten des Velaro-RUS

Anzahl der Züge:60 Züge
ZugtypTriebwagenzug
Spurweite:1520 mm
Höchstgeschwindigkeit im Plandienst:250 km/h
Jakobsdrehgestelle:Nein
Neigetechnik:Nein
Zug fährt auch in Traktion:Nein

Angaben ohne Gewähr

Aktualisiert am: 28.05.2006