Das europäische Schnellbahnnetz weitet sich in jüngster Zeit stark in Richtung Osten aus. Das Schienennetz der Tschechischen Republik umfasst zurzeit 9.300 Kilometer und ist der wichtigste Verkehrsträger des Landes. Besonderes Augenmerk bei der Anschaffung neuen Rollmaterials wurde auf die internationale Einsatzmöglichkeit gerichtet. Mitte der 90er Jahre bestellten die Tschechischen Bahnen (CD: Ceské dráhy) zum Stückpreis von 21,7 Millionen Mark zehn Pendolino-Züge des Typs "Integral". Die Bestellung ging an das Konsortium CKD / Fiat / Siemens. Durch Umstrukturierungsmaßnahmen verschob sich die Fertigstellung der Fahrzeuge um fünf Jahre, ehe Alstom den Auftrag mit – aus Kostengründen – nur sieben Pendolinos zu Ende brachte bzw. bringt.
Eigentlich sollten die Neigezüge zum Fahrplanwechsel 2003/2004 auf der Strecke Dresden-Prag-Wien den regulären Betrieb aufnehmen. Doch Probleme mit der Einhaltung einiger strenger tschechischer Normen für den Bahnverkehr sorgten für eine zeitliche Aufschiebung. Nach etlichen Versuchen und technischen Veränderungen erteilte die Bahnbehörde die Genehmigung für den regelmäßigen Personenverkehr. Um die Betriebsgenehmigung auch für Deutschland zu erhalten, fanden im Sommer 2005 Zulassungsfahrten zwischen München und Augsburg, Bamberg und Lichtenfels sowie Würzburg und Fulda statt.
Ursprünglich war vorgesehen gewesen, den Pendolino von Wien bis nach Berlin fahren zu lassen, doch verweigerte Deutschland bisher die Genehmigung. Das ist auch kein Wunder, da der Zug immer noch störanfällig ist. Auch als der kommerzielle Betrieb zum Fahrplanwechsel im Dezember 2005 in Tschechien startete, kam keine große Begeisterung auf. Die Höchstgeschwindigkeit lag bei maximal 160 km/h, oft nicht funktionierende Toiletten, wenig Stau- und Bewegungsfreiraum sowie das Versagen der Telefone im fahrenden Zug sorgten für einigen Unmut. Leider kam es erneut zu gravierenden Software-Problemen, woraufhin im Januar 2006 die Bahngesellschaft die Züge auf das Abstellgleis schob.
Technische Daten des tschechischen Pendolino der Baureihe 680 |
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| Zug- / Baureihenbezeichnung: | Baureihe 680 |
| Einsatzland: | Tschechien |
| Herstellungskosten pro Zug: | 25.71 Mio. Euro |
| Anzahl der Züge: | 7 Züge |
| Zugtyp | Triebwagenzug |
| Anzahl der Sitzplätze 1. / 2. Klasse / Restaurant: | --- / --- / --- (333 insg.) |
| Sitzplätze im Detail: | 7 Wagen: 681 - 1. Klasse, Raucher 081 - 1. Klasse, Nichtraucher 683 - 2. Klasse und Barabteilung 084 - 2. Klasse, Nichtraucher, Abteilung für Behinderte, Fahrrad- und Kinderwagentransport 684 - 2. Klasse, Nichtraucher 082 - 2. Klasse, Nichtraucher 682 - 2. Klasse, Raucher |
| Baujahre: | 2003 - 2005 |
| Inbetriebnahme: | 01/2005 |
| Spurweite: | 1435 mm |
| Stromsystem(e): | 25 kV / 50 Hz 15 kV / 16,7 Hz 3 kV Gleichstrom |
| Technisch zugelassene Höchstgeschwindigkeit: | 230 km/h |
| Höchstgeschwindigkeit im Plandienst: | 230 km/h |
| Normale Höchstgeschwindigkeit im Plandienst: | 160 km/h |
| Antriebsleistung des Zuges: | 4.000 kW |
| Beschleunigung des Zuges: | 0,41 m/s² |
| Anfahrzugkraft: | 200 kN |
| Jakobsdrehgestelle: | Nein |
| Neigetechnik: | Ja |
| Zug fährt auch in Traktion: | Nein |
| Achsformel: | (1A)'(A1)'+2'2'+(1A)'(A1)'+2'2'+(1A)'(A1)'+2'2'+(1A)'(A1)' |
| Länge / Breite / Höhe der Endwagen: | 27.650 / 2800 / --- mm |
| Länge / Breite / Höhe der Mittelwagen: | 25.900 / 2800 / --- mm |
| Leergewicht: | 373 t |
| Zuglänge: | 184,4 m |
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Angaben ohne Gewähr |
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