Hochgeschwindigkeitszüge in China

Die Eisenbahn ist das wichtigste Transportmittel in China. Etwa zwei Drittel des Passagierverkehrs und die Hälfte des Güterverkehrs werden mit der Eisenbahn bewältigt. Wichtige Hauptstrecken werden seit einigen Jahren erneuert, um die Systemgeschwindigkeit zu erhöhen. So ist das Hochgeschwindigkeits-Streckennetz mittlerweile auf eine Länge von 7.531 Kilometern angewachsen. Bis 2020 soll es auf 16.000 Kilometer erweitert werden. Entsprechend interessiert sich China für Hochgeschwindigkeitszüge und kauft fleißig im Ausland ein, wie beispielsweise den japanischen Shinkansen, den deutschen Velaro und den Transrapid. Durch Technologietransfer wird auch Know-how eingekauft und in eigene Produktionen integriert.

China brachte 2010 den CRH380A heraus, der weltweit für Aufsehen sorgte. Das nicht getunte Serienfahrzeug erreichte eine Geschwindigkeit von 486,1 km/h, was Weltrekord ist. Damit nähert sich China seinem Vorhaben, zukünftig Züge mit 500 km/h im regulären Fahrplan einzusetzen.

Aktualisiert am: 11.07.2011

Zugübersicht in chronologischer Reihenfolge der Betriebsaufnahme

CRH1

CRH1A in China im Bf Shenzhen

An der Kon­struk­tion die­ser Zuggat­tung war Bombardier Transporta­tion maßgeb­lich betei­ligt. 40 acht­tei­lige Züge ver­keh­ren mit bis zu 200 km/h zwi­schen Guangz­hou und Shen­zhen.



CRH2

CRH2 in China

Die 60 Züge sind der zweite Export­erfolg eines japa­ni­schen Shink­an­sen-Zugtyps. Sie sind von der Serie E2 abge­lei­te­ten wor­den und ver­bin­den nach und nach mit bis zu 250 Stun­denki­lome­tern die Städte Shanghai und Nanjing.



CRH5

China Railways CRH5A

Obwohl diese Hoch­ge­schwin­digkeits­züge keine Neige­tech­nik ein­ge­baut haben, ent­sprin­gen sie doch der Pen­dolino-Familie von Alstom. Auf der 190 Kilome­ter lan­gen Stre­cke zwi­schen Shijiazhuang und Taiyuan sind 60 Züge mit bis zu 250 km/h unter­wegs.



CRH500

CRH500

China ist ein Land der Super­la­tive und möchte auch zum Thema Hoch­ge­schwin­digkeits­züge den Ton ange­ben. Im Dezember 2011 stellte CSR Sifang Locomo­tive in Eigen­regie einen 6-tei­ligen Test­zug vor, der für Geschwin­digkei­ten bis 500 Stun­denki­lome­tern aus­gelegt ist.



Transrapid in China

Transrapid in China fährt in den Bahnhof ein

Als Super-S-Bahn ver­bin­det der Transra­pid das Zentrum von Shanghai mit dem Flughafen Pudong Inter­na­tio­nal. Es ist die erste kommer­zi­elle Anwendung der deut­schen Transra­pid-Tech­nik welt­weit.



CRH3C

CRH3 in Bremerhaven

Im November 2005 wurde mit China ein Ver­trag zum Bau von 60 Hoch­ge­schwin­digkeits­zügen unterzeichnet. Sie basie­ren auf die Velaro-Platt­form von Sie­mens. Nur drei Gar­nitu­ren wur­den in Deutsch­land gefer­tigt, der Rest in China. Die ursprüng­li­che Bezeich­nung "CRH3" bzw. CRH3A wurde 2008 auf "CRH3C" geändert. Die Höchstge­schwin­digkeit beträgt 350 Stun­denki­lome­ter. Haupt­ein­satzgebiete sind unter ande­rem die Schnell­fahr­stre­cken zwi­schen Beijing und Tianjin sowie zwi­schen Zhengz­hou und Xi'an.



CRH380B

CRH380BL Hochgeschwindigkeitszug

Im März 2009 wurde mit China Nort­hern Rail­ways (CNR) ein Ver­trag zur Liefe­rung von 100 16-tei­ligen Hoch­ge­schwin­digkeits­zügen unterzeichnet. Die anvi­sierte Höchstge­schwin­digkeit im Plandienst soll bei 380 km/h liegen.



CRH380A

CRH380A auf der Shanghai World Expo 2010

Seit dem 26. Okto­ber 2010 fährt der schnellste Seri­en­zug der Welt in China. Die­ser Zugtyp der Serie 380A ist eine chi­ne­si­sche Eigen­entwick­lung und ver­kehrt auf den Schnell­bahn­stre­cken von Peking nach Shanghai, von Shanghai nach Hangz­hou sowie von Zhenhz­hou nach Xi´an.



CRH380D

Zefiro 380 von Bombardier

Die chi­ne­sisch-kana­di­schen Arbeits­gemeinschaft "Bombardier Sifang Transporta­tion Ltd." stellt von 2009 bis 2016 insge­samt 70 Hoch­ge­schwin­digkeits­züge vom Typ "ZEFIRO 380" her. Sie sind für Geschwin­digkei­ten von 380 km/h aus­gelegt und zäh­len damit zu den schnells­ten Seri­en­zügen der Welt.



CRH380C

CRH380C Hochgeschwindigkeitszug in China

Die Bau­reihe CRH380CL besteht aus Mit­tel­wa­gen der Serie CRH380B, beka­men aber neue Endwa­gen mit ver­änder­ter Kopf­form. 25 sechszehn­tei­lige Langzüge beschaffte die Eisen­bahn­ge­sellschaft Minis­try Of Rail­ways (MOR) und ersetz­ten damit 25 zuvor bestellte CRH380BL-Ein­hei­ten. Die erste Gar­nitur unter­nahm ab 2011 Ver­suchsfahr­ten. Im Frühjahr 2013 nah­men die Züge ihren Plandienst auf.