High Speed 1 - Hochgeschwindigkeitsstrecke in England

England ist das Geburtsland der Eisenbahn. 1829 wurde die erste Dampflokomotive — The Rocket — zwischen Liverpool und Manchester in Betrieb genommen. Bereits am 3. Juli 1938 stellte auf britischem Boden eine Schnellzug-Dampflokomotive der Klasse A4 mit dem Namen "Mallard" mit 201,2 km/h einen Weltrekord für Dampflokomotiven auf. Bis dahin deutete alles darauf hin, dass die Eisenbahn im britischen Königreich eine rosige Zukunft haben könne.

Doch der Ausbau und die Modernisierung der Infrastruktur hinkten der Zeit hinterher. Japan führte die ersten Serien-Hochgeschwindigkeitszüge ein. Als in den Siebzigerjahren auch noch der ultramoderne Advanced Passenger Train floppte, wurde Großbritannien in Sachen "schnelle Züge" endgültig in die hinteren Ränge verwiesen.

Seit Jahren gilt das britische Eisenbahnnetz als veraltet. Neue Strecken — Schnellfahrstrecken — sind dringend erforderlich, um die derzeitige Höchstgeschwindigkeit von maximal 200 Stundenkilometer zu erhöhen. Leider wurde bisher nur eine einzige Neubaustrecke aus dem Boden gestampft, die "High Speed One". Eine weitere Rennstrecke ist zwar in der konkreten Planung, doch die Bauarbeiten sollen erst 2017 beginnen. Die Inbetriebnahme wäre frühestens 2032 möglich — ein Armutszeugnis!

Das aktuelle Streckennetz Großbritanniens zeigt die Hauptstrecken, auf denen Hochgeschwindigkeitszüge verkehren, wobei die meisten Baureihen streckenbedingt nur 200 km/h erreichen. Leider sind aus Gründen der Komplexität und fehlender Daten noch nicht alle Destinationen aufgeführt.

Streckennetz in England

Schnellfahrstrecke "High Speed One"

Seit dem 14. November 2007 ist die Neubaustrecke vom Kanaltunnel zum Bahnhof "London St-Pancras International" komplett im Betrieb. Da es die erste Hochgeschwindigkeitsstrecke in Großbritannien ist, wird sie offiziell "High Speed 1" genannt und nicht mehr "Channel Tunnel Rail Link".

Das erste, 74 Kilometer lange Teilstück der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen dem Kanaltunnel und Fawkham Junction ist am Dienstag, den 16. September 2003 in Anwesenheit des britischen Verkehrsministers Alistair Darling feierlich eröffnet worden. Am 28. September 2003 konnte der normale Betrieb durch Kent aufgenommen werden. Seitdem dauerte die Fahrt von London nach Paris nur noch 2 Stunden und 35 Minuten. Das bedeutete einen Fahrzeitgewinn von 20 Minuten. Für den Bau der 74 Kilometer langen Neubaustrecke waren 1,9 Milliarden £ (circa drei Milliarden Euro) nötig.

Der übrige, 39 Kilometer lange Abschnitt führt von Fawkham Junction bis nach London St-Pancras International. Eine Fahrt von Paris nach London ohne Zwischenstopp dauert nur noch 2 Stunden 15 Minuten. Brüssel ist von London nur noch 1 Stunde 51 Minuten entfernt. Zwischen Lille und London benötigen die Fahrgäste gar nur noch 1 Stunde 20 Minuten.

Am 30. Juli 2003 stellte eine Eurostar-Komposition bei Versuchsfahrten mit 334,7 km/h (208,0 mph) einen neuen britischen Rekord auf. Zur Website mit Videos der Testfahrten.

Streckenskizze Schnellfahrstrecke High Speed One

Weblinks:

Aktualisiert am: 10.06.2008