Hochgeschwindigkeitszüge in Marokko

Marokko bekam 1999 einen neuen König, Mohammed VI. Er setzte eine neue Wirtschaftspolitik in Gang, um in erster Linie Arbeitsplätze für die immer jünger werdende Bevölkerung zu schaffen. Es setzte ein Bauboom im Norden Marokkos ein. Vor allem ausländische Firmen investierten vermehrt in das aufstrebende Land. Die marokkanische Hafenstadt Tanger mit knapp einer Million Einwohnern an der Straße von Gibraltar wurde modernisiert und die Infrastruktur verbessert. Tourismuskomplexe und Luxuswohnanlagen entstanden.[1] Das ebenfalls knapp eine Million Einwohner zählende Marrakesch liegt rund 570 Kilometer südwestlich von Tanger und hat sich zu einem Tourismusmagnet entwickelt.[2] Um der wachsenden Verkehrsnachfrage gerecht zu werden, wurde im ersten Schritt eine Schnellfahrstrecke zwischen Tanger und Kénitra gebaut und die Trasse bis Casablanca modernisiert. Auf dieser Relation verkehren seit Ende 2018 Züge der Bauart TGV Euroduplex.[3] An einer zweiten Schnellfahrstrecke von Kénitra via Casablanca nach Marrakesch wird gebaut. Sie soll zur Fußball-WM 2030 in Betrieb gehen.[4] Zur Verstärkung der bisherigen TGV-Flotte produziert Alstom neue Hochgeschwindigkeitszüge des Typs Avelia Horizon.[5] Im Folgenden werden die beiden TGV-Baureihen zusammen mit den Schnellfahrstrecken vorgestellt.


Al Boraq TGV Euroduplex – Marokko

Zugelassene Höchstgeschwindigkeit: 320 km/h – Inbetriebnahme: 15.11.2018
TGV-Zug des Typs RGV 2N2 im Bahnhof Tanger-Ville.
Am 15.11.2018 wurde die erste Schnellfahrstrecke in Marokko offiziell eröffnet. Sie führt von Tanger im Norden des Landes bis Kénitra. 14 bestellte, aber nur 12 ausgelieferte Hochgeschwindigkeitszüge der Bauart TGV Euroduplex verkehren auf ihr mit Tempo 320. Von Kénitra bis Casablanca wird auf der modernisierten Hauptstrecke mit bis zu 220 km/h gefahren. Die Schnellbahnverbindung gewann kontinuierlich an Fahrgästen und hat dank der zuverlässigen, pünktlichen Züge eine gute Reputation. Daher investiert Marokko weiterhin in die schnelle Eisenbahn.

Al Boraq Avelia Horizon – Marokko

Zugelassene Höchstgeschwindigkeit: 320 km/h – Baujahr: von 2025 bis 2030
Avelia Horizon von Alstom. Abfotografiert von Video-Präsentation auf der InnoTrans 2024 in Berlin.
Ende März 2025 bestellte das Office National des Chemins de Fer (ONCF) bei Alstom 18 Hochgeschwindigkeitszüge vom Typ Avelia Horizon. Die Garnituren sollen bis zur Fußball-WM 2030 für den Fahrgastbetrieb zur Verfügung stehen. Parallel dazu wird die Schnellfahrstrecke Kénitra – Casablanca – Marrakesch gebaut.

Insgesamt 2 verschiedene Hochgeschwindigkeitszüge

Quellenangaben

  1. „Kernkraftwerk, Waffen, TGV – Marokko kauft ein“, Telepolis, heise.de, 07.11.2007.
  2. „Tanger“, Wikipedia.de, abgerufen am 09.02.2024.
  3. „Marokko: Hochgeschwindigkeitszug ‚Al Boraq‘ Tanger – Casablanca in Betrieb genommen“, Lok-Report, 16.11.2018.
  4. „Morrocan high speed line track component contracts awarded“, Railway Gazette International, 29.10.2024.
  5. „Alstom will supply 18 Avelia Horizon trains for Morocco’s high-speed rail expansion“, Alstom Press Release, 28.03.2025.