Aktuelle News und Nachrichten über Hochgeschwindigkeitszüge
19.01.2026 — Nochmals 15 „Avelia Horizon“ für die SNCF
SNCF Voyageurs bestellte im Januar bei Alstom abermals 15 Hochgeschwindigkeitszüge vom Typ Avelia Horizon im Wert von 600 Millionen Euro. Die Viersystem-Züge werden ab Werk für den kommerziellen Betrieb in Europa vorbereitet.[1] Für den Frankreichverkehr werden derzeit bereits 100 Garnituren als TGV M hergestellt.[2] Zudem wurden im August 2022 weitere 15 Avelia Horizon für den internationalen Verkehr nachbestellt.[3] Auch Eurostar orderte im Oktober 2025 30 dieser Hochgeschwindigkeitszüge.[4] Damit beläuft sich die Gesamtzahl aller Avelia Horizon auf insgesamt 160 Einheiten. Dazu kämen weitere 12 Avelia Horizon für den privaten Anbieter Proxima,[5] aber diese werden in der Pressemitteilung von Alstom von diesem Januar[1] nicht erwähnt.
Quellen: 1. „Alstom receives an order from SNCF Voyageurs for 15 additional Avelia Horizon high-speed trains“, Press Release, Alstom, 19.01.2026. | 2. „Alstom receives an SNCF order for 100 next-generation very high speed trains“, Press release, Alstom, 26.07.2018. | 3. „Alstom reçoit de SNCF une commande de 15 trains à très grande vitesse Avelia Horizon supplémentaires“, Communiqué de Presse, Alstom, 18.08.2022. | 4. „Eurostar choisit Alstom pour 30 trains à très grande vitesse Avelia Horizon“, Communiqué de Presse, Alstom, 22.10.2025. | 5. „Alstom receives an order from Proxima for 12 Avelia Horizon very high-speed trains, including 15 years of maintenance“, Press release, Alstom, 03.10.2024.
17.01.2026 — ERTMS für den Eurotunnel
Seit der Eröffnung des Eurotunnels am 14.11.1994 verwenden alle Züge, die den Tunnel passieren, das französische Zugsicherungssystem TVM 430. Doch Eurotunnel möchte mit seinem Technologiepartner Compagnie des Signaux zusätzlich das European Rail Traffic Management System (ERTMS) einführen, deren Hauptbestandteil das European Train Control System (ETCS) ist. In einem ersten Schritt werden alle 57 Brush-Lokomotiven für „LeShuttle“ mit ETCS-Modulen ausgerüstet. Mittelfristig soll mit ERTMS im Tunnel die Interoperabilität und Zugänglichkeit für die neuesten Generationen von Zügen gewährleistet werden.
Quellen: Jeanne Griffiths: „London to Paris in ten minutes“, Images Publishing (Malvern) Ltd, Upton upon Severn, Worcestershire, 1995, S. 9, 24. | „Eurotunnel launches with Compagnie des Signaux the first phase of project to modernise rail signalling in the Channel Tunnel“, Angel Company, Press Release, 15.01.2026.
10.01.2026 — VinSpeed und Siemens entwickeln Hochgeschwindigkeitsbahnnetz für Vietnam
Vietnam möchte sein Eisenbahnnetz modernisieren. Dafür wurde die VinSpeed High-Speed Railway Investment and Development Joint Stock Company gegründet, um die Entwicklung von Hochgeschwindigkeitsbahnen und moderner Verkehrsinfrastruktur voranzutreiben. Seit 1993 hat Siemens bereits eine zentrale Rolle bei der Industrialisierung Vietnams übernommen. Im Dezember 2025 schlossen VinSpeed und Siemens Mobility ein umfassendes Kooperationsabkommen mit dem Ziel, zusammen ein Hochgeschwindigkeitsbahnnetz aufzubauen. „Als Technologiepartner übernimmt Siemens Mobility die Entwicklung, Lieferung und Integration der modernen Velaro Novo Hochgeschwindigkeitszüge. Darüber hinaus verantwortet das Unternehmen zentrale Schieneninfrastruktur, darunter die hochmoderne Leit- und Sicherungstechnik European Train Control System Level 2 (ETCS L2) mit automatischem Zugbetrieb (ATO), Telekommunikationssysteme sowie die Elektrifizierung.“ Vorerst sind zwei Strecken geplant: „die Ha Noi – Quang Ninh (Ha Long)-Linie, die 121 Kilometer mit vier Stationen umfasst, und die Ben Thanh – Can Gio-Linie, die sich über 54 Kilometer mit zwei Stationen erstreckt.“ Ein Termin für die Realisierung der Projekte ist noch nicht bekannt.
Quelle: „VinSpeed und Siemens entwickeln Hochgeschwindigkeitsbahnnetz für Vietnam“, Siemens Mobility Pressemitteilung, 17.12.2025.
14.12.2025 — Der Giruno kommt nach Hamburg
Seit dem Fahrplanwechsel am 14. Dezember 2025 gibt es neue Direktverbindungen zwischen der Schweiz und Deutschland. Erstmals erreicht der Hochgeschwindigkeitszug Giruno der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) Hamburg. Bisher kannte man ihn in Deutschland nur als EuroCity-Express (ECE) auf der Relation Zürich – Frankfurt (Main). Die Verbindung Basel – Hamburg ist nur eine von vielen neuen durchgehenden internationalen Zugverbindungen beider Länder, um den 50-prozentigen Anstieg grenzüberschreitender Reisenden in den letzten zehn Jahren zu begegnen. Im Gegenzug verkehren ICE-Züge von Berlin, Hamburg, Dortmund und Köln nach Brig, was Touristen mit schwerem Gepäck (z. B. Skiausrüstung) freuen dürfte. Die SBB und die DB wollen ihren bewährten Kooperationsvertrag im internationalen Personenverkehr um zehn Jahre verlängern. Damit bekräftigen beide Unternehmen ihr langfristiges Engagement für ein starkes grenzüberschreitendes Bahnangebot.
Quellen: „SBB und Deutsche Bahn bauen Angebot zwischen Schweiz und Deutschland weiter aus“, SBB Pressemitteilung, 05.12.2025. | „Der Giruno kommt: Frankfurt (Main) – Zürich mit neuem Fahrzeug“, Pressemitteilung Deutsche Bahn, 10.06.2024.
14.12.2025 — Österreich: Koralmbahn geht in Betrieb
Mit dem Fahrplanwechsel am 14.12.2025 ging in Österreich eine international bedeutende Schnellfahrstrecke in Betrieb: die Koralmbahn. Am Wochenende vom 12. bis 14. Dezember fanden an den beiden Endpunkten der 130 Kilometer langen Neubaustrecke, in Graz und Klagenfurt, Festivitäten mit einem Info- und Entertainmentprogramm statt. Stündliche Sonderzüge ermöglichten ein Pendeln zwischen den beiden Bahnhöfen. Die Koralmbahn ist die größte neu errichtete Bahnstrecke Österreichs seit mehr als 100 Jahren. Deren bedeutendstes Bauwerk ist sicherlich der 33 Kilometer lange Koralmtunnel, der sechstlängste Eisenbahntunnel der Welt. Graz und Klagenfurt liegen mit dem Railjet bzw. Railjet Xpress nur noch zwischen 41 und 55 Minuten auseinander. In der Vergangenheit war die schnellste Verbindung ein Direktbus(!) im Zwei-Stunden-Takt. Eine einfache Fahrt dauerte genau zwei Stunden. Die für 250 km/h designte Schnellfahrstrecke ist Teil des wichtigen internationalen Korridors „Ostsee – Adriatisches Meer“, einer Verbindung von Häfen in Polen mit Häfen in Italien, Slowenien und Kroatien. Außerdem stärkt sie den Tourismus sowie die Wirtschaft in der Region. „Als Teil der neuen Südstrecke lässt [die Koralmbahn] die zwei Zentralräume rund um Graz und Klagenfurt zusammenwachsen und schafft einen neuen, leistungsfähigen Wirtschaftsraum. […] Damit wird die Koralmbahn einen wichtigen Beitrag zum Aufschwung Österreichs leisten“, so der österreichische Bundeskanzler Christian Stocker.
Quelle: „Neues Bahn-Zeitalter beginnt: Feierliche Eröffnung der Koralmbahn“, ÖBB Pressemitteilung, 12.12.2025.
14.12.2025 — FlixTrain: „Hochfrequenznetz“ ab 2028
Der private Betreiber FlixTrain lässt derzeit bei Talgo 30 neue Züge bauen. Es gibt darüber hinaus noch eine Option über 35 weitere Garnituren. Diese Fahrzeuge entsprechen weitgehend denen des ICE L der Deutschen Bahn. Mit der Inbetriebnahme der ersten Einheiten ab 2028 möchte FlixTrain ein sogenanntes „Hochfrequenznetz“ aufbauen, das alle großen deutschen Städte verbinden soll. Bisher verfügt das private Unternehmen über 15 Züge, die aus modernisiertem Rollmaterial der Deutschen Bahn bestehen und derzeit vier Großstädte miteinander verbinden. Doch FlixTrain beabsichtigt, das Angebot in Deutschland bereits in den kommenden zwei Jahren zu verdoppeln. Dafür sollen weitere modernisierte Wagen zum Einsatz kommen.
Quelle: „FlixTrain sagt Deutscher Bahn den Kampf an“, Tagesschau.de, 12.12.2025.
27.10.2025 — 30 Avelia Horizon für Eurostar
Der Vorstand von SNCF Voyageurs genehmigte am 22. Oktober 2025 die Bestellung von 30 Hochgeschwindigkeitszügen aus dem Hause Alstom, mit einer Option über weitere 20 Fahrzeuge. Sie basieren auf der Avelia-Horizon-Plattform und werden Verwandte des TGV M sein. Eurostar International wird die „Eurostar Celestia“ genannten Superzüge im internationalen Verkehr einsetzen und damit die noch verbliebenen Eurostar-e300-Garnituren sowie die ehemaligen Thalys-Hochgeschwindigkeitszüge ersetzen. Es ist geplant, die ersten Doppelstock-TGV-Züge ab 2031 in Betrieb zu nehmen. Erstmals werden Doppelstock-Personenzüge durch den Eurotunnel rollen. Fahrten in Doppeltraktion sollen ebenso möglich werden, was die bisherigen Sicherheitsauflagen noch nicht erlauben.
28.08.2025 — NextGen Acela geht in Betrieb
Nach jahrelangen Verzögerungen gehen heute endlich die ersten von 28 neuen Acela-Hochgeschwindigkeitszüge von Alstom in Betrieb. Damit die Fahrgäste die alten Acela-Garnituren von den neuen unterscheiden können, werden die Avelia Liberty bei Amtrak als NextGen Acela vermarktet. Im Fahrplan sind diese ebenfalls so benannt. Auf ausgebauten Streckenabschnitten können die Hochgeschwindigkeitszüge dank ihrer Neigetechnik auf bis zu 160 mph (zirka 257 km/h) beschleunigen, ohne den Reisekomfort zu beeinträchtigen. Jeder NextGen Acela kann 27 Prozent mehr Fahrgäste transportieren als sein Vorgänger. Die neuen Züge sollen besonders komfortabel und leise sein. Kostenloses Wi-Fi mit 5G-Mobilfunktechnik, USB- und Stromanschlüsse, Leselampen an jedem Sitzplatz, Am-Platz-Bedienung in der ersten Klasse sowie ein Barwagen mit dem Namen Cafe Acela sind einige Features der neuen Acela-Flotte. Weitere Informationen sind im Artikel über den NextGen Acela sowie auf der Website von Amtrak zu finden.
27.08.2025 — hochgeschwindigkeitszuege.com: Statistik und Vorhaben
In den letzten fünf Jahren habe ich viel Zeit in diese Website investiert. Ein wichtiger Schritt war der Umbau in ein responsives Design, damit Texte, Fotos und Illustrationen auch auf Mobilgeräten gut dargestellt werden. Im Bereich der Administration war ein Aufräumen und Vereinfachen der Abläufe notwendig. Anschließend machte ich mich an das Aktualisieren der Artikel. Dieser Internetauftritt besteht zurzeit aus insgesamt 201 Webseiten mit einem Textumfang von umgerechnet zirka 1007 DIN A4-Seiten. 91 Artikel sind inzwischen nicht älter als 5 Jahre.
Welche Seiten sind besonders beliebt? Seit Jahren führt die ICE-Familie die Rangliste an, und hier ist offenbar der ICE 3 der Baureihen 403 und 406 für die Leser am interessantesten. Am meisten aufgerufen wird jedoch die Seite über die französischen Schnellfahrstrecken. Beliebt sind auch der Eurostar, Railjet, Gotthard-Basistunnel, die französischen TGV-Züge, der ETR 1000 sowie die Magnetschwebebahnen Transrapid und SCMaglev. Im Mittelfeld liegen beispielsweise der spanische AVE S-103, die japanischen Shinkansen der Serien 500 und N700 sowie Schnellfahrstrecken in Italien. Das Schlusslicht bilden unter anderem Südkorea, China, Russland und die USA.
Was wird sich auf hochgeschwindigkeitszuege.com in Zukunft tun? In erster Linie möchte ich die ältesten Zug-Berichte aktualisieren. Das läuft meist auf das Schreiben eines komplett neuen Artikels hinaus, weil sich zum einen in der Zwischenzeit viel getan hat, zum anderen damals noch keine Quellenangaben gemacht wurden, aber heute als Nachweis dienen sollen. Im Fokus stehen Artikel, die älter als 15 Jahre sind – 5 davon wurden 2004 oder 2005 das letzte Mal aktualisiert! Vor allem Berichte über ältere Superzüge in Frankreich (TGV-PSE, TGV-A, TGV-R), Italien (ETR 500M+P), China (CRH-Varianten) und Spanien (Alvia, Avant, AVE-S 102/103) müssen runderneuert werden. Das wird sich natürlich über die nächsten Jahre erstrecken, da diese Website nur ein Hobbyprojekt ist und hinter dem Beruf und familiären Verpflichtungen ansteht sowie die Freizeit mit weiteren Interessen teilen muss.
12.07.2025 — Mehr Railjets für die ÖBB
Ursprünglich bestellten die Österreichischen Bundesbahnen 27 Railjets der zweiten Generation. Im Juli 2025 gaben die ÖBB bekannt, die Bestellung auf 40 Railjets der neuen Generation zu erhöhen. Grund dafür sei das wiederholt starke Wachstum im internationalen Tagesfernverkehr. Die 40 Railjets werden sich aus 12 neunteiligen Garnituren und 28 siebenteiligen Zügen zusammensetzen. Die kürzeren Varianten erlauben den Einsatz in Doppeltraktion innerhalb Österreichs und nach Deutschland. Alle 40 Railjets sollen 2030 von Siemens an die ÖBB abgeliefert sein.
Quelle: „ÖBB: Mehr Railjets der neuen Generation für den wachsenden Tagesfernverkehr“, ÖBB Presseportal, 10.07.2025.
29.06.2025 — ICE-S mit Velaro Novo Testwagen erreicht 405 km/h

Die Deutsche Bahn und Siemens Mobility haben bei Testfahrten einen neuen Geschwindigkeitsrekord für die Strecke Erfurt – Leipzig / Halle aufgestellt. Am 28. Juni 2025 erreichte der ICE-S in einer fünfteiligen Konfiguration 405,0 km/h – ohne dass die Infrastruktur, die seit 10 Jahren im Dauerbetrieb ist, für die Rekordfahrt angepasst werden musste. In der Zugmitte war der Velaro Novo Testwagen eingereiht. Dieser wird seit mehreren Jahren auf dem deutschen Fernverkehrsnetz erprobt. Ein Ziel der Versuchsfahrten war es, tiefgehende Erkenntnisse in Akustik, Aerodynamik und Fahrverhalten bei extremen Geschwindigkeiten zu sammeln. Außerdem sollen die gewonnenen Erkenntnisse bei weiteren Streckensanierungen dienlich sein sowie dabei helfen, den Bahnbetrieb und speziell den Hochgeschwindigkeitsverkehr weiter zu optimieren.
01.06.2025 — 65 Talgo-Hochgeschwindigkeitszüge für FlixTrain
Ende Mai 2025 gab der private Bus- und Bahnbetreiber Flix bekannt, 65 neue europäische Hochgeschwindigkeitszüge beim spanischen Hersteller Talgo bestellt zu haben – genau gesagt, nur die Wagengarnituren. Die Lokomotiven vom Typ Vectron würden stattdessen von Siemens kommen. Das Vertragsvolumen beläuft sich auf bis zu 2,4 Milliarden Euro, davon sind bereits über eine Milliarde verbindlich zugesagt. Die Nachfrage nach schnellen und günstigen Zugreisen sei groß, schließlich soll der Schienenpersonenfernverkehr in Deutschland bis 2030 um 45 Prozent gegenüber 2021 wachsen. Die neuen FlixTrains basieren auf der Talgo-230-Plattform und entsprechen weitgehend denen des ICE L bzw. den Zügen für Dänemark. Die Höchstgeschwindigkeit wird bei 230 km/h liegen.
06.04.2025 — 18 Avelia Horizon für Marokko
Das staatliche Eisenbahnverkehrs- und Infrastrukturunternehmen des Königreichs Marokko (ONCF) unterzeichnete Ende März 2025 einen Vertrag zur Herstellung von 18 Hochgeschwindigkeitszügen aus dem Hause Alstom. Es handelt sich um Garnituren vom Typ Avelia Horizon. Das Auftragsvolumen beträgt 781 Millionen Euro.
12.03.2025 — ICE Baureihe 406 steht zum Verkauf

Die seit dem kleinen Fahrplanwechsel im letzten Sommer nur noch im innerdeutschen Verkehr eingesetzten ICE International (Baureihe 406) stehen nun bei DB Gebrauchtzug zum Verkauf. Die teilweise mehr als 25 Jahre alten Mehrsystemfahrzeuge (Baujahre 1997–2001) wurden im Juni 2024 von der Baureihe 408 (ICE 3neo) im internationalen Verkehr nach Belgien und in die Niederlande abgelöst. Bereits im März 2021 hatte DB Fernverkehr bekannt gegeben, kein Redesign an den Triebzügen vorzunehmen. Als Grund wurden anhaltende technische Probleme, speziell beim Gleichstromteil der Züge, genannt. Aktuell befinden sich noch 13 Einheiten im Einsatz. Diese Triebzüge sollen bis April 2025 ausgemustert werden. Bereits im Jahr 2024 wurde mit der Ausmusterung und Verschrottung mehrerer Triebzüge der Reihe 406 begonnen.
Matthias Kümmel, Quelle: https://www.db-gebrauchtzug.de/
08.09.2024 — SFS Hannover – Würzburg: Aerodynamische Tests mit ICE und Güterzug

Nach rund zweijähriger Planungs- und Vorbereitungszeit des Projekts „300 km/h auf alten Schnellfahrstrecken“ fanden vom 29.08. bis 06.09.2024 auf der „alten“ Schnellfahrstrecke (aSFS) Hannover – Würzburg aerodynamische Tests bei Begegnungen von Zügen des Personenverkehrs (PV) mit denen des Güterverkehrs (GV) im Tunnel statt. Getestet wurden die Auswirkungen der aerodynamischen Druckwelle auf Güterzugwagen unterschiedlicher Bauarten. Dazu befand sich ein gemischter Güterzug (u. a. mit geschlossenem Autotransportwagen, mehreren Containertragwagen, Flachwagen mit Wechselpritschen, Schiebewand- und Schiebeplanenwagen) auf dem Richtungsgleis Würzburg im 2159 Meter langen Sinnberg-Tunnel bei Rieneck. Dieser Zug war mit je einer Elektrolokomotive der Baureihe 145 (DB Cargo 145 036-0 & 062-6) an den Zugenden bespannt.
Der ICE 406 010/510 „Frankfurt am Main“ (Tz 4610) befuhr den Testabschnitt zwischen Fulda und Würzburg viermal am Tag mit 310 km/h. Planmäßig wird die SFS Hannover – Würzburg mit max. 280 km/h (in Tunneln 250 km/h) befahren. Der ICE und die Güterwaggons wurden für die Tests von DB Systemtechnik mit Kameras und Messinstrumenten versehen. Nach jeder Testfahrt untersuchten Wagenmeister und Techniker die Güterwaggons auf eventuelle Veränderungen. Schon nach wenigen Testfahrten musste bereits der geschlossene Autotransportwaggon (Bauart Hccrrs) auf Grund eines Defekts ausrangiert und in Gemünden/Main abgestellt werden.
Während der Testphase zwischen 9 und 17 Uhr war die SFS zwischen Burgsinn Bbf. und Abzweig Rohrbach für den planmäßigen Verkehr gesperrt. Die Züge von DB Fernverkehr wurden über die alte Nord-Süd-Strecke umgeleitet.
Sinn und Zweck dieser Tests ist die zukünftige Geschwindigkeitsanhebung auf 300 km/h (Projekt „300 km/h auf alten Schnellfahrstrecken“ [300 km/h aSFS]) bei den tunnelreichen aSFS Hannover – Würzburg und Mannheim – Stuttgart. Außerdem strebt DB InfraGo damit einhergehend auch eine Kapazitätserweiterung durch Mischverkehr (PV und GV) auf ihren Hochgeschwindigkeitsstrecken an.
Matthias Kümmel, Quellen: Der Eisenbahningenieur, 05/2024, (Bis zu) 300 km/h auf „alten“ Schnellfahrstrecken, S. 24 – 28; DB Systemtechnik; DB InfraGo.
26.07.2024 — Anschläge auf Bahninfrastruktur in Frankreich
Am Morgen des 26. Juli 2024 wurde das französische Bahnnetz angegriffen – genau am Tag der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Paris. An gleich drei Standorten gab es Brandanschläge entlang der wichtigsten Strecken des Landes: den „lignes à grande vitesse“ (LGV). Betroffen sind die LGV Nord, LGV Est und LGV Atlantique. Ein vierter Anschlag an der LGV Sud-Est konnte verhindert werden. Der daraufhin stark beeinträchtigte Bahnverkehr in Frankreich traf rund 800.000 Fahrgäste. Die Störungen werden wohl das ganze Wochenende zu spüren sein. (Quelle: Le Monde „SNCF: 800 000 voyageurs affectés par l’« attaque massive » contre le réseau TGV“)
26.07.2024 — SNCF schreibt schwarze Zahlen
Ganz im Gegensatz durch Deutschen Bahn kann sich die französische SNCF-Gruppe über Gewinne freuen – zum sechsten Mal hintereinander! Der Nettogewinn lag bei 143 Millionen Euro bei einem Umsatz von 21,4 Milliarden Euro. Das ist dem starken Anstieg im Personenverkehr im Allgemeinen zu verdanken, wobei das Fahrgastaufkommen bei den TGV-Hochgeschwindigkeitszügen um 7,5 Prozent stieg. (Quelle: „2024 half-year results“, SNCF Groupe Press Release, 25.07.2024)
26.07.2024 — Deutsche Bahn legt „desaströses Geschäftsergebnis“ vor
Am 25. Juli 2024 musste der DB-Konzernvorstand ein „in allen Aspekten desaströses Geschäftsergebnis“1) vorlegen. Der Konzernverlust von 1,2 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2024 ist 17-fach höher als im Vorjahreszeitraum. Die Pünktlichkeit im Fernverkehr sank auf nur noch 62,7 Prozent. Über die Details informiert der 1)Lok-Report im Artikel „Bürgerbahn: Der Absturz geht weiter – Geschäftsergebnis der Deutschen Bahn“.
13.07.2024 — Südkoreanische Hochgeschwindigkeitszüge für Usbekistan
Usbekistan ist ein Binnenstaat in Zentralasien mit 37 Millionen Einwohnern. Bereits 2011 wurde der erste Hochgeschwindigkeitszug von Talgo zwischen Taschkent und Samarkand unter dem Markennamen „Afrosiyob“ in Betrieb genommen. In den Folgejahren kam es zu wenigen Nachbestellungen der für 250 km/h ausgelegten Züge. Doch im Juni 2024 entschied man sich für den Kauf von 42 Hochgeschwindigkeitszügen aus Südkorea. Sie sollen ab April 2027 unter anderem auf der neuen, 590 Kilometer langen Schnellfahrstrecke zwischen Taschkent und Buchara (Buxoro) verkehren. Illustrationen deuten darauf hin, dass es Verwandte des KTX-Eum sein werden.
07.07.2024 — Giruno fährt bis Frankfurt
Seit dem kleinen Fahrplanwechsel am 9. Juni ist in Frankfurt Main Hauptbahnhof ein neuer Hochgeschwindigkeitszug zu sehen. Auf der bestehenden Verbindung Frankfurt am Main – Zürich kommt jetzt mit dem Giruno der modernste Hochgeschwindigkeitszug der SBB zum Einsatz. Damit bauen die Deutsche Bahn und die Schweizerischen Bundesbahnen das gemeinsame Angebot zwischen Deutschland und der Schweiz weiter aus. Der Giruno ersetzt auf der Eurocity-Express-Verbindung die bisher eingesetzten Pendolini der Serie ETR 610. Ab September werden die Züge nach Abschluss der Bauarbeiten in Gotthardtunnel wieder via Lugano und Chiasso bis nach Mailand und zurück verkehren. Ab 2026 sollen die Giruno-Hochgeschwindigkeitszüge auch nach Nordrhein-Westfahlen, Hamburg und Berlin kommen.






