Neuigkeiten rund um den Schienenschnellverkehr und diese Website

19.11.2022 — SNCF und RENFE: Kein gemeinsamer AVE-Betrieb mehr.

Von 2013 bis 2022 gab es einen AVE-Betrieb zwischen Barcelona und Paris. Dieser wurde gemeinsam von der spanischen Eisenbahngesellschaft RENFE und der französischen SNCF organisiert. Doch die SNCF ist der Meinung, dass der Einsatz stets defizitär gewesen sei. Wegen dem scharfen Wettbewerb mit „Billigfliegern“ und Passagierrückgängen aufgrund der Pandemie war der Einsatz nie kostendeckend. Die SNCF wird die Kooperation zum Ende des Jahres auflösen. Der spanische Betreiber RENFE bedauert dies. Allerdings möchte die SNCF künftig ihre TGV-Züge zwischen Paris und Barcelona einsetzen. Das sei rentabler, da die meisten Einnahmen in Frankreich eingefahren werden. Für die Relation Paris – Barcelona benötigten die AVE-Hochgeschwindigkeitszüge zwischen 6 Stunden 40 Minuten und 7 Stunden 10 Minuten.

16.11.2022 — DB beauftragt Alstom und Siemens mit Konzeptentwicklung für eine neue ICE-Generation

Ein nicht unerheblicher Teil der aktuellen ICE-Flotte ist inzwischen in die Jahre gekommen. Die Hochgeschwindigkeitszüge vom Typ ICE 1 und ICE 2 wurden in den Neunzigerjahren hergestellt. Auch die ICE-3-Züge der Baureihen 403 und 406 verrichten bereits seit plus/minus 20 Jahren ihren Dienst. Daher möchte die Deutsche Bahn ab 2030 die alten Fahrzeuggenerationen durch neue Hochgeschwindigkeitszüge ersetzen.

Als Ergebnis einer Ausschreibung hat die Deutsche Bahn die Hersteller Alstom Transport Deutschland sowie Siemens Mobility Mitte November 2022 beauftragt, gemeinsam mit der DB jeweils ein voneinander unabhängiges Fahrzeugkonzept zu entwickeln. Dabei wird die DB ihre Expertise als Betreiber in die Entwicklung der neuen Zuggeneration einbringen. Unter dem Schlagwort „Hochgeschwindigkeitsverkehr 3.0“ (HGV 3.0) soll die Entwicklung der neuen Fahrzeuggeneration vorangetrieben werden. Nach Abschluss dieser Konzepterstellung wird eine weitere Ausschreibung voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2023 folgen. Diese wird dann Entwicklung, Bau und Zulassung der neuen Flotte beinhalten und für weitere Hersteller offen sein. Die neue Zuggeneration soll einstöckig und maximal 400 Meter lang sein, gleichzeitig aber etwa 950 Sitzplätze bieten. Man darf gespannt sein, inwieweit Konzepte vom Velaro Novo bzw. vom Avelia Liberty übernommen werden.

29.09.2022 — West-Kyushu-Shinkansen eröffnet

Am 23.09.2023 wurde die 66 Kilometer lange Schnellfahrstrecke von Takeo-Onsen nach Hakata in Betrieb genommen. Sie wird in Japan Nishi-Kyushu-Shinkansen genannt und ist vom übrigen Shinkansen-Netz isoliert. Kapspurige Expresszüge überbrücken die Distanz von Hakata nach Takeo-Onsen. Ob künftig einmal die Lücke geschlossen wird, ist unsicherer denn je. Es kam zu Kostenexplosionen beim Bau der Trasse und zu regionalen Problemen. So pendeln bis auf Weiteres die 6-teiligen Hochgeschwindigkeitszüge der Serie N700S auf der kurzen Strecke.

14.09.2022 — Betriebsaufnahme der Acela-II-Züge voraussichtlich erst im Herbst 2023

Eigentlich sollten die ersten Acela-Hochgeschwindigkeitszüge der zweiten Generation im Frühjahr 2021 auf der Relation Washington – New York – Boston ihr Debüt geben. Doch die Testfahrten mit den ersten Garnituren vom Typ Avelia Liberty verliefen bislang nicht zufriedenstellend. Bei höheren Geschwindigkeiten kam es immer wieder zu Kontaktproblemen zwischen Stromabnehmern und der Oberleitung. Der Hersteller Alstom sieht die Ursache in dem veralteten Oberbau; die Gleise würden zu viele Unebenheiten aufweisen. Der Betreiber Amtrak nimmt zwar Geld für Verbesserungen des Oberbaus in die Hand, aber es müssen weitere Versuchsfahrten unternommen und auch die Züge auf die örtlichen Gegebenheiten angepasst werden. Die Auslieferung der 28 Acela-II-Züge verzögert sich wegen Einschränkungen während der Covid-19-Pandemie zusätzlich. Der Start im Passagierdienst wird gegenwärtig auf Herbst 2023 prognostiziert.

08.09.2022 — SNCF bestellt weitere 15 TGV M bei Alstom

Im August 2022 bestellte der französische Betreiber SNCF Voyageurs bei Alstom weitere 15 TGV M (Avelia Horizon). Der Auftragswert beläuft sich auf 590 Millionen Euro. Damit erhöht sich die künftige TGV-M-Flotte auf 115 Garnituren. Man geht davon aus, dass die neu bestellten Hochgeschwindigkeitszüge, die für 4 Stromsysteme ausgelegt sein werden, bereits 2024 auf internationalen Routen zum Einsatz kommen können.

02.04.2021 — Video von Zügen auf der Schnellfahrstrecke Hannover – Würzburg

Nach einer gefühlten Ewigkeit zog es mit diese Woche an die Schnellfahrstrecke Hannover – Würzburg. An zwei Tagen nahm ich auf einem Plateau zwischen der Leinachtalbrücke und der Bartelsgrabentalbrücke Videos auf. Es war überaus spannend zu sehen, was für Fahrzeuge inzwischen auf der Neubaustrecke rollen.

Als Kind war ich irgendwann zwischen 1988 und 1991 das erste Mal an einer Schnellfahrstrecke, und zwar am Südportal des Neubergtunnels. Damals fuhren nur einmal pro Stunde und Richtung Intercity-Züge, die meist mit einer Baureihe 120, aber auch mit Loks der Baureihe 103 bespannt waren. Stunden um Stunden wartete ich auf die nur 200 km/h schnellen Züge. Welch ein Unterschied zu heute!

Bevor 2022 der Abschnitt Fulda – Würzburg wegen Sanierungsarbeiten komplett gesperrt sein wird, werde ich wohl noch das ein oder andere Mal einen Abstecher nach Leinach unternehmen.

28.06.2018 — Das Europäische Hochgeschwindigkeitsnetz könnte effizienter sein

Die Europäische Union beanstandet die Ineffizienz des europäischen Hochgeschwindigkeitsnetzes. Besonders grenzüberschreitende Verbindungen seien nicht optimal auf nationale Fahrpläne abgestimmt. Es gäbe nur einen Flickenteppich nationaler Strecken, internationale Relationen würden zweitrangig bedient werden. Kostenüberschreitungen und Verzögerungen bei der Inbetriebnahme neuer, schneller Verbindungen seien eher die Norm anstatt die Ausnahme. Zudem wird kritisiert, dass es eine Diskrepanz gibt zwischen der Geschwindigkeit, für die eine Schnellfahrstrecke ausgelegt ist und wie schnell die Züge tatsächlich auf ihr fahren. Positiv hingegen haben sich die Fahrgastzahlen entwickelt, die Hochgeschwindigkeitszüge nutzen: Sie sind von 15 Milliarden Personenkilometer in 1990 auf über 124 Personenkilometer in 2016 angewachsen.

25.05.2018 — Kein Newsletter und Gästebuch mehr

Vor Inkrafttreten der DSGVO habe ich das Gästebuch und den Newsletterdienst entfernt. Alle personenbezogenen Daten im Newsletterverteiler wurden komplett gelöscht. Weitere Informationen zur Datenschutzgrundverordnung sind der Datenschutzerklärung und dem Impressum zu entnehmen.

22.02.2018 — Erster Oaris-Zug für Flytoget unternimmt Testfahrten

Im April 2015 orderte die norwegische Bahngesellschaft Flytoget AS beim spanischen Eisenbahnhersteller Construcciones y Auxiliar de Ferrocarriles (CAF) acht Hochgeschwindigkeitszüge des Typs Oaris. Diese 250 Stundenkilometer schnellen, vierteiligen Garnituren sind für einen Temperaturbereich von -40°C bis +35°C ausgelegt und sollen bereits im April diesen Jahres den Betrieb aufnehmen. Ihr Einsatzgebiet beschränkt sich auf die Verbindung zwischen Oslo und dem Flughafen Gardermoen. Inzwischen steht die erste Komposition für Testläufe im tschechischen Velim bereit. Die Oaris-Hochgeschwindigkeitszüge werden als BM 78 eingereiht und haben eine Kapazität von 238 Sitzplätzen plus 10 Klappsitzen. Im Alltag werden sie als Ergänzung zu den Zügen der Reihe BM 71 mit bis zu 245 km/h verkehren

22.02.2018 — Mit dem Eurostar nach Amsterdam

Amsterdam und Rotterdam werden ab dem 4. April 2018 an das Eurostar-Netz angeschlossen. Die Entscheidung wurde bereits 2010 getroffen, doch zunächst mussten einige Vorbereitungen getroffen werden. Das betraf die Personalschulung, Installation von Sicherheitseinrichtungen auf den Bahnhöfen und die Einführung von Passkontrollen. Außerdem waren neue Eurostar-Züge vom Typ E320 notwendig, die für diese neue Relation zugelassen werden mussten. Bisher beschränkte sich das Eurostar-Netz auf die Verbindungen London - Paris und London - Brüssel. Außerdem gab es noch saisonale Läufe über Paris hinaus nach Marseille sowie in die französischen Alpen

22.02.2018 — Vierter Zug der Class 802 ausgeliefert

Hitachi fertigt schon seit einigen Jahren Hochgeschwindigkeitszüge für private Eisenbahn-Franchises in Großbritannien. Die Baureihe 802 (Class 802) ist der neueste Spross, der auf Hitachis AT300-Plattform basiert. Drei Züge wurden in Japan gefertigt und absolvieren seit etwa einem Jahr Versuchs- und Zulassungsfahrten auf britischen Boden. Der vierte Zug wurde jedoch im Hitachi-Werk in Italien gefertigt und wird demnächst an den künftigen Betreiber "Great Western Railway" abgeliefert. Bereits am 16. Juli sollen die ersten Garnituren fahrplanmäßig London mit Exeter, Paignton, Plymouth und Penzance verbinden. Es ist geplant, den letzten der 36 Hybrid-Züge im März 2019 in Betrieb nehmen zu können.

07.11.2017 — Mit dem ECE von Frankfurt nach Mailand

Ab dem kommenden Fahrplanwechsel am 10. Dezember 2017 wird es eine Direktverbindung zwischen Frankfurt am Main und Mailand geben. Ein italienischer Hochgeschwindigkeitszug vom Typ ETR 610 wird als Eurocity Express (ECE) die neue Verbindung bestreiten und auch durch den Gotthard-Basistunnel fahren.

In diesem Zusammenhang ist vielleicht auch das Angebot von GoEuro in Kooperation mit Italo Treno interessant, um auf ausgewählten Strecken in Italien bei Zugreisen mit .italo-Hochgeschwindigkeitszügen bis zu 60% zu sparen. Der GoEuro "Exclusive Fare" kann im Zeitraum vom 6. bis 13. November gebucht werden, das Angebot gilt für Reisen vom 1. Dezember 2017 bis 10. Januar 2018. Diese Kooperation erlaubt den Reisenden, mehrere Orte in Italien zu niedrigen Preisen zu besuchen - und zwar bereits ab 11 EUR pro Strecke.

05.07.2017 — LGV "Pays de la Loire – Bretagne" in Betrieb

Am 2. Juli ging nicht nur die Schnellfahrstrecke "Tours – Bordeaux" in Betrieb, sondern auch die Ligne à Grande Vitesse "Pays de la Loire – Bretagne". Die neue, 182 Kilometer lange Trasse schließt sich dem westlichen Ast der LGV Atlantique an und führt bis Rennes. Damit ist diese Stadt von Paris nur noch 1 Stunde 25 Minuten entfernt, also knapp 40 Minuten weniger als vor der Eröffnung. Man erhofft sich durch die attraktivere Reisezeit einen Fahrgastzugewinn von rund 1,5 Millionen Reisenden pro Jahr.

02.07.2017 — Inbetriebnahme LGV Sud Europe Atlantique

Die LGV Sud Europe Atlantique ist eine Schnellfahrstrecke im Südwesten Frankreichs, deren Baubegin 2012 war. Sie schließt sich der LGV Atlantique an und führt von Tours nach Bordeaux. Der Hauptstrang ist 303 Kilometer lang, weitere 49 Kilometer bilden die Anschlussstrecken an die Bahnhöfe von Poitiers und Angoulême. Seit dem 2. Juli 2017 verkehren auf ihr die TGV-Züge mit vorerst 300 Stundenkilometern. Damit rückt Bordeaux um 50 Minuten näher an die Hauptstadt Paris an. Für die Distanz benötigen die Fahrgäste nur noch zwei Stunden zehn Minuten. Die Verbindungen werden als TGV l'Océane vermarktet.

01.07.2017 — Chinas neuer Superzug in Betrieb

Am 26. Juni 2017 gingen die ersten Hochgeschwindigkeitszüge vom Typ CRH400AF in Betrieb. Sie befahren die Schnellfahrstrecke von Beijing nach Shanghai. Die 350 Stundenkilometer schnellen Züge mit dem Namen "Fuxing" (Verjüngung) sind eine rein chinesische Produktion. Chinas neuester Spross zeichnet sich im Vergleich zum Harmony-Express (CRH380A) durch einen höheren Komfort, einem attraktiveren Innendesign und einer besseren Aerodynamik aus.

25.04.2016 — Wartungsarbeiten an Schnellfahrstrecke zwischen Hannover und Kassel

Vom 23. April bis 8. Mai ist der 90 Kilometer lange Abschnitt "Hannover – Kassel" der Schnellfahrstrecke "Hannover – Würzburg" komplett gesperrt. Auf einer Länge von 30 Kilometern wird der Schotter gereinigt und mit zirka 130.000 Tonnen neuem Schotter angereichert. Die aufwendige Prozedur erfordert vier Bettungsreinigungsmaschinen und vier Schotterpflüge. Auch an anderen Stellen der gesperrten Gleistrasse wird manuell der Schotter gesäubert. Dementsprechend müssen die ICE-Züge umgeleitet werden.

30.03.2016 — Hokkaido Shinkansen geht in Betrieb

Der 26. März war ein weiterer Meilenstein in der Geschichte des Shinkansen. An diesem Tag wurde der erste, 149 Kilometer lange Abschnitt des Hokkaido-Shinkansen eröffnet. Die Trasse ist für beide Spurbreiten (Kapspur und Normalspur) ausgelegt und führt unter anderem durch den 54 Kilometer langen Seikan-Tunnel, der die Hauptinsel Honshu mit Hokkaido verbindet. JR Hokkaido kaufte vier 10-teilige Garnituren der Serie H5, die weitgehend den Zügen der Serie E5 entsprechen. Die Höchstgeschwindigkeit auf der neuen Trasse beträgt 260 Stundenkilometer. Von Shin-Aomori nach Shin-Hakodate benötigen die Hochgeschwindigkeitszüge 61 Minuten und damit 53 Minuten weniger als die bisherigen kapspurigen Züge. Shin-Hakodate ist mit den Shinkansen-Zügen der Gattung Hayabusa von Tokio 863 Kilometer bzw. 4 Stunden 2 Minuten entfernt.

Der zweite Bauabschnitt von Shin-Hakodate nach Sapporo wurde 2012 genehmigt. Bis zur Eröffnung muss man sich allerdings noch bis 2035 gedulden müssen. Dann soll sich die Reisezeit von Tokio nach Sapporo auf rund 5 Stunden verkürzen.

02.03.2016 — LGV Est: Die Versuchsfahrten wurden wieder aufgenommen.

Am 29. Februar wurde das umfangreiche Testprogramm auf dem zweiten Abschnitt der Schnellfahrstrecke Ost (LGV Est) aufgenommen. Unter strikteren Sicherheitsvorkehrungen werden der Oberbau und die Gleise, die elektrischen Anlagen sowie die Signalsysteme auf Herz und Nieren geprüft. Bei allen Testfahrten soll das Zugsicherungssystem eingeschaltet bleiben und die Höchstgeschwindigkeit auf den jeweiligen Streckenabschnitten begrenzen. Die SNCF betont, dass die 106 Kilometer lange Schnellfahrstrecke zwischen Baudrecourt und Vendenheim am 3. Juli in Betrieb gehen wird.

30.01.2016 — Alfa Pendular-Züge werden generalüberholt

Im Laufe dieses Jahres sollen alle 10 portugiesischen Pendolino-Hochgeschwindigkeitszüge für 19 Millionen Euro generalüberholt werden. Die zwischen 1999 und 2000 von Fiat Ferroviaria und Siemens ausgelieferten, 220 km/h schnellen Neigezüge haben bereits die Hälfte ihrer Einsatzzeit erreicht. Jede sechsteilige Garnitur wird binnen drei Monaten modernisiert. Das betrifft zum einen grundlegende mechanische und hydraulische Bauteile. Aber auch im Inneren des Zuges wird viel ausgetauscht: Sitze, Innenwandverschalung und die Toiletten. Der Barbereich soll aufgehübscht und die WiFi-Empfangsqualität verbessert werden. Da während des Umbaus die Alfa Pendular-Züge ausfallen, möchte der Betreiber Comboios de Portugal (CP) breitspurige Hochgeschwindigkeitszüge von der spanischen Staatsbahn RENFE leasen. Infrage kommen 4 oder 5 Züge der Baureihe 120.

20.12.2015 — Neues Pendolino-Design für NTV

Bereits im Oktober 2015 hat der Betreiber Nuovo Trasporto Viaggiatori (NTV) bei Alstom acht Pendolino-Hochgeschwindigkeitszüge bestellt. Die 250 km/h schnellen, siebenteiligen Garnituren sind 187 Meter lang und bieten rund 480 Sitzplätze. NTV machte nun auf das neue, schnittige Gesicht der Superzüge aufmerksam, das Alstom in seinem Design & Styling Center entworfen hat. Es erfülle zudem die technischen Spezifikationen für die Interoperabilität (TSI).

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