Hochgeschwindigkeitszüge in Spanien

Spanien hat neben China das umfangreichste Schnellfahrstreckennetz der Welt. Die erste Neubaustrecke entstand zur Expo 1992 zwischen Madrid und Sevilla. Mit der schnellen Ausdehnung des Hochgeschwindigkeitsnetzes hatte auch die Beschaffung vom rollenden Material hohe Priorität. Die ersten Alta-Velocidad-Española -Züge (AVE) konstruierte Alstom, die zweite Bestellungswelle zog den Velaro von Siemens und eine Eigenproduktion aus dem Hause Talgo nach Spanien. Danach kam wieder Alstom zum Zug, diesmal mit Derivaten des italienischen Pendolino. Entsprechend faszinierend ist der Fahrzeugpool, ebenso wie dessen hohe Pünktlichkeit. Seit einigen Jahren wird an der Anbindung an das französische TGV-Netz gearbeitet. Seit Dezember 2010 erreichen TGV-Duplex-Züge die nordspanische Stadt Figueras. Zeitgleich ging ein Großteil der Neubaustrecke von Madrid nach Valencia in Betrieb.

Aktualisiert am: 01.01.2008

Alaris Serie 490

Alaris Serie 490 in Chamartin

In den Jah­ren 1998 und 1999 stellte Alstom zehn drei­tei­lige Neigezüge für die spa­ni­sche Eisen­bahn­ge­sellschaft RENFE her. Die als "Inter­city 2000" bestell­ten Hoch­ge­schwin­digkeits­züge sind eine Vari­ante des Pen­dolino der Serie ETR 460 und wur­den ab 1999 auf der kurvenrei­chen Stre­cke "Madrid – Valencia" ein­ge­setzt. Inzwi­schen sol­len die Züge auch auf der Route "Bar­celona – Valencia" unter­wegs sein, sowie nach Málaga und Sevilla fah­ren.



Alvia Serie 120, Serie 121

Alvia Serie 120 im Bahnhof "Madrid Puerta de Atocha"

Die Serie 120 ist zwar ein Hoch­ge­schwin­digkeits­zug, allerdings im Alvia-Dienst. Alstom / CAF stell­ten bisher 12 Ein­hei­ten für den Betrieb auf Alt- und Neubau­stre­cken her.



Alvia Serie 130

Alvia Serie 130 im Bahnhofsbereich von "Madrid Puerta de Atocha.

Die neues­ten Hoch­ge­schwin­digkeits­züge in Spa­nien sind die der Talgo-Bau­se­rie 250 (Alvia Serie 130). Die Gar­nitu­ren kön­nen sowohl auf Normal­spur-Neubau­stre­cken als auch auf Breit­spur­stre­cken ver­keh­ren. Jede Zug­ein­heit wird also komplett umge­spurt, inklusive der Triebköpfe. Die ers­ten Züge nah­men zum 6. November 2008 zwi­schen Madrid und Gijón den Plandienst auf. Mit­tlerweile sind die Talgo 250 auf meh­re­ren Stre­cken anzu­treffen. Ein Talgo 250 war auf der Eisen­bahn­messe "Inno­trans 2008" Ende Sep­tember 2008 in Ber­lin aus­ge­stellt.



Alvia Serie 730

Alvia Serie 730 Doppeltraktion in der Nähe von Zamora.

Bei der Serie 730 handelt es sich um aktuell 14 Hoch­ge­schwin­digkeits­züge, die als Alvia nörd­lich von Madrid zum Ein­satz kom­men. Die Zwei­kraftfahrzeuge kön­nen sowohl auf elek­tri­fi­zier­ten als auch nicht elek­tri­fi­zier­ten Stre­cken ver­keh­ren und sind in der Lage, Normal- und Breit­spur­stre­cken zu nut­zen. Damit sind die Alvia der Serie 730 echte Allround-Talente im Schie­nenschnellver­kehr. Am 24. Juli 2013 ent­gleiste ein Zug die­ser Gat­tung nahe San­tiago de Compos­tela. Der Triebfahrzeugfüh­rer durch­fuhr eine enge Kurve mit stark über­höh­ter Geschwin­digkeit. Bei dem tragi­schen Unfall kamen 79 Men­schen ums Leben.



Avant Serie 104

Avant Serie 104 im Bahnhof "Madrid Puerta de Atocha".

Im Dezember 2004 roll­ten die ers­ten von insge­samt 20 Hoch­ge­schwin­digkeits­züge für den Kurz- und Mit­tel­stre­cken­ein­satz auf Schnell­fahr­stre­cken an. Die vier­tei­ligen Gar­nitu­ren basie­ren zwar auf dem Pen­dolino, dem Ein­satzzweck ent­spre­chend wurde jedoch auf die Neige­tech­nik ver­zich­tet. Mit bis zu 250 Stun­denki­lome­tern befah­ren die Züge der Serie 104 die Schnell­fahr­stre­cke süd­lich von Madrid nach Sevilla und Málaga.



Avant Serie 114

Avant Serie 114 im Bahnhof "Valladolid-Campo Grande"

Die Serie 114 ist die neueste Gene­ra­tion von Hoch­ge­schwin­digkeits­zügen für den Regio­nalver­kehr. Insge­samt 13 vier­tei­lige Gar­nitu­ren ver­keh­ren als AVANT auf der Rela­tion "Madrid – Segovia – Val­ladolid". Dabei handelt es sich um rela­tiv kurze Zug­läufe mit häufigen Zwi­schenhal­ten auch an kleine­ren Unter­wegs­bahnhöfen. Segovia ist mit den AVANT-Zügen der Serie 114 nur 27 Minu­ten von Madrid ent­fernt. Von Madrid nach Val­ladolid beträgt die Rei­sezeit 65 Minu­ten.



AVE Serie 100

AVE Serie 100 im Bahnhofsbereich von "Madrid Puerta de Atocha".

1992 begann in Spa­nien das Hoch­ge­schwin­digkeits­zeit­al­ter. Die Eisen­bahn­ge­sellschaft RENFE orderte beim franzö­si­schen TGV-Her­stel­ler GEC Alst­hom 18 AVE-Züge, die vom TGV Atlan­tique abge­lei­tet wur­den und viele Jahre lang auf der Schnell­fahr­stre­cke "Madrid – Sevilla" ihren Dienst ver­rich­te­ten. Im Jahr 2010 erhiel­ten die fast bau­glei­chen Euromed-Züge der Serie 101 Normal­spur­drehge­stelle. Damit wur­den sie zur AVE-Flotte der Serie 100 hinzugefügt. Zehn der nun insge­samt 24 Gar­nitu­ren ließ die RENFE für den inter­na­tio­na­len Ein­satz nach Frank­reich vor­be­rei­ten. Seit Dezember 2013 gibt es Direkt­ver­bindun­gen nach Mar­seille, Toulouse und Lyon.



AVE Serie 102, Serie 112

AVE Serie 112 im Bahnhof "Madrid Puerta de Atocha".

Bereits 1994 fan­den in Deutsch­land Testfahr­ten mit einem Talgo-Zug statt. Zwi­schen­zeit­lich durfte er zwi­schen Madrid und Sevilla sowie zwi­schen Madrid und Lleida 300 km/h schnelle Pro­befahr­ten absolvie­ren. Seit dem 24. Februar 2005 rol­len einige Seri­en­züge im Plandienst.



AVE Serie 103

AVE Serie 103 im Bahnhof "Madrid Puerta de Atocha".

Der zweite Export­erfolg des deut­schen ICE 3. Die RENFE bestellte im März 2001 sechszehn Gar­nitu­ren. Weitere 10 Kompo­si­tio­nen folg­ten. Der AVE Serie 103 soll nach und nach Madrid mit Lleida ver­bin­den und planmäßig mit 350 km/h fah­ren.



Euromed Serie 101

Euromed auf dem Weg nach Castelló

In den Jah­ren 1997 bis 2009 waren die sechs Hoch­ge­schwin­digkeits­züge der Bau­reihe 101 als Euromed unter­wegs. Sie befuh­ren die breit­spu­rige Stre­cke zwi­schen Bar­celona, Valencia und Ali­cante. Die Höchstge­schwin­digkeit lag auf einigen Abschnit­ten des "Cor­re­dor Medi­terráneo" bei 220 Stun­denki­lome­tern, bedingt durch die begrenzte Stromver­sorgung bei 3 kV Gleichspan­nung. 2010 erhiel­ten die Züge wieder Regel­spur­drehge­stelle und gehören fortan zu den AVE-Zügen der Serie 100. In die­sem Bericht wird nur auf die Euromed-Zeit die­ser sechs Züge ein­gegan­gen.



Talgo AVRIL

Talgo AVRIL Modell vom Prototyp

Tal­gos neueste Gene­ra­tion von Ultra-Hoch­ge­schwin­digkeits­zügen basiert auf der AVRIL-Platt­form. Die 380 km/h schnel­len Züge sind besonders varia­bel in Bezug auf Länge, Breite, Spurweite und Strom­sys­teme. Mit die­sem modula­ren Kon­zept sol­len alle even­tuell auf­tre­ten­den Bedürf­nisse im Bahnver­kehr abge­deckt wer­den. Ein Pro­totyp ist für Ende 2012, Anfang 2013 angekün­digt.



Talgo XXI

Talgo XXI im alten Bahnhof von Castellon

Der Talgo XXI ist ein Pro­totyp und besteht aus einem die­selhy­draulisch ange­triebe­nen Triebkopf, drei antriebs­lo­sen Mit­tel­wa­gen sowie einem nicht ange­triebe­nen Endwa­gen. Die­ser Zug ist im Ver­gleich mit ande­ren Hoch­ge­schwin­digkeits­zügen etwas ganz Besonde­res. Er ist durch­gängig niederflu­rig aus­geführt, d.h. der Fußbo­den ist von der Schie­nen­oberkante aus gese­hen nur 760 mm hoch. An Stan­dard-Bahn­stei­gen kön­nen die Rei­sen­den stufen­los ein­stei­gen. Bei nied­rigen Bahn­steighö­hen wird eine Stufe aus­geklappt. Die Talgo-Wagen der sieb­ten Gene­ra­tion sind komplett wie auch die Endwa­gen bzw. Triebköpfe in Alumi­nium Leichtbauweise gefer­tigt, voll­kli­ma­ti­siert und druckdicht.