CRH3C Hochgeschwindigkeitszug in China

CRH3C Hochgeschwindigkeitszug in China

Herstellung des CRH3C

Für 1,3 Milliarden Euro bestellte China im November 2005 sechzig Züge, die auf der Siemens-Plattform "Velaro" basieren. Der Siemens-Anteil beträgt 669 Millionen Euro. Die Produktion sollte ursprünglich komplett in China erfolgen. Dafür habe Siemens ein Partnerunternehmen mit der China Tangshan Locomotive and Rolling Stock Works gegründet. Aus Deutschland würden lediglich einzelne Komponenten bzw. die Zug-Software zugeliefert. Die ersten drei, bei Siemens "Velaro CN (CN: China) genannten Züge wurden nun aber in Krefeld gefertigt. Am 19. Dezember 2007 kamen drei Wagen des ersten Zuges in Bremerhaven auf ein Frachtschiff nach China.

Im März 2009 bekam Siemens eine Zusage, weitere 100 Hochgeschwindigkeitszüge des Typs Velaro herzustellen. Das Auftragsvolumen für Komponenten, die bei Siemens hergestellt werden, liegt bei 750 Millionen Euro.

Technik des CRH3C

Im Vergleich zum ICE 3 ist der CRH3 mit 8,8 MW stärker motorisiert und enthält ein für den chinesischen Schienenverkehr angepasstes Zugleitsystem auf Basis des ETCS. Um mehr Reisende befördern zu können, sind die Triebwagenzüge etwa 30 Zentimeter breiter ausgeführt, sodass eine 3+2-Bestuhlung in der zweiten und eine 2+2 Sitzplatzanordnung in der ersten Wagenklasse möglich ist. Ein 200 Meter langer CRH3 fasst damit gut 600 Fahrgäste.

Einsatz des CRH3C in China

Fünf Züge – in China "CRH3C" genannt – nahmen zu den Olympischen Spielen im August 2008 ihren Plandienst mit 350 km/h auf. Ihr erstes Einsatzgebiet ist die 115 Kilometer lange Verbindung Beijing – Tianjin. So legen die schnellsten Serienzüge der Welt die Distanz in nur 20 Minuten zurück, was einer Fahrzeitverkürzung von 30 Minuten entspricht. Auf Testfahrten erzielte ein CRH3 mit 394,3 km/h einen chinesischen Schienen-Rekord.

Ende 2010 soll der erste Zug der zweiten Bestellung sein Roll-Out feiern. Der chinesische, sechzehnteilige Velaro ist 400 Meter lang und bietet 1060 Reisenden Platz. Die Züge sollen vornehmlich auf der 1318 Kilometer langen Neubaustrecke zwischen Peking und Schanghai mit bis zu 350 km/h verkehren. Die Fahrzeit würde bei lediglich vier Stunden liegen.

Interessanterweise gibt es bereits seit Jahren ein sehr dem ICE 3 ähnelndes, chinesisches Imitat.

Aktualisiert am: 13.04.2009

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